Wenn Kinder unheilbar krank werden

Quelle: Walsroder Zeitung, 24.08.2009

Ambulanter Hospizdienst bildet zwei Kinderhospizhelferinnen aus

Walsrode - Mehrere Anfragen zeigten der Hospizdienst-Leiterin Almuth Eckardt, wie wichtig eine professionelle Betreuung für Kinder ist. „Hier auf dem Land gibt es keine Anlaufstellen. Eltern sind häufig mit dem Kind ganz auf sich allein gestellt“, weiß die Leiterin. Und das Familienleben, die Geschwister und die Partnerschaft leiden fast immer sehr darunter. „Wir wollen mit unserem Angebot den Familien Auszeiten gönnen und Freiräume schaffen“, erklärt Almuth Eckardt, „denn Geschwister fühlen sich häufig zurückgesetzt.“

Die kostenlose Arbeit des ambulanten Hospizdienstes kann jeder in Anspruch nehmen, frei von Konfession oder Nationalität. „Der Kirchenkreis ist zwar der Träger, aber wir sind für alle Menschen da“, betont Almuth Eckardt.

Die beiden erfahrenen Hospizhelferinnen Anne Fischer und Christine Heldt wurden mehr als neun Monate lang von den Mitarbeitern des Vereins Kinderhospiz Löwenherz geschult. Dadurch versucht der Verein, vor allem in ländlichen Regionen die Lücken in der Kindersterbebegleitung zu schließen. Die Ausbildung ist allerdings nicht kostenfrei, sodass erst zwei Ehrenamtliche ausgebildet werden konnten. Allein für eine Mitarbeiterin kostet die Ausbildung knapp 1000 Euro. „Deshalb sind wir dringend auf weitere Spenden angewiesen, damit wir unsere Arbeit fortsetzen können“, hofft Almuth Eckardt auf weitere Unterstützer für die zwei weiteren geplanten Ausbildungen.

Zudem kümmert sich der ambulante Hospizdienst für längere Zeit um sterbenskranke Menschen und ihre Familien. „Im Kinderhospiz Löwenherz dürfen die Familien nur vier Wochen verweilen. Die restlichen 48 Wochen im Jahr begleiten wir die Menschen“, unterstreicht die Leiterin die unentbehrliche Arbeit der Ehrenamtlichen in Walsrode und Umgebung.

Und der Bedarf ist da: Schon während der Schulung der beiden Frauen betreute der ambulante Hospizdienst bis zuletzt zwei Kinder und ihre Familien. So konnten Christine Heldt und Anne Fischer bei einem Abschlussgespräch am Donnerstag mit den beiden Koordinatorinnen Elisabeth Lohbreier und Yvonne Hanf vom Kinderhospiz Löwenherz von ihren ersten Erfahrungen berichten. „Für mich war das irgendwie etwas ganz Besonderes. Ich wusste vorher nicht, was mich erwartet, aber die Familie war sehr offen und dankbar“, so Christine Heldt, die schon seit 1996 Hospizhelferin ist, „das Kind konnte mir nicht wie ein Erwachsener sagen, was ihm fehlt.“

Nähere Auskünfte und Informationen über die Arbeit des Hospizdienstes erteilt Leiterin Almuth Eckardt unter Telefon (05161) 989798.