Wie ist es denn im Himmel?

Quelle: Hessisch Niedersächsische Allgemeine, 23. April 2010

Hospizdienst Alpha lädt zu Info-Abend ein: Kinder am Lebensende begleiten – Dorothea Bobzin zu Gast

Hann. Münden. „Gibt’s im Himmel auch Löwen?“ Diese Kinderfrage nach dem, was nach dem Tod kommt, gibt den Titel vor für eine Veranstaltung am kommenden Mittwoch, 28. April. Dann wird Dorothea Bobzin im Corvinushaus (Ziegelstraße 16) von ihren Erfahrungen mit todkranken Kindern berichten.

Alpha, ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst, lädt dazu ein. Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr, der Eintritt ist frei, Spenden für die ambulante Kinderhospizarbeit von Alpha sind willkommen. Die Veranstaltung dauert etwa 1,5 Stunden.

Wie Kinder am Lebensende begleitet und Kinderfragen beantwortet werden können, darum geht es an diesem Abend. Angesprochen werden sollen besonders Eltern und Erzieherinnen, aber auch alle anderen, die mit Kindern zu tun haben und die eventuell mit deren Fragen nach dem Tod konfrontiert werden.
Diakonin von „Löwenherz“

Dorothea Bobzin, Hannover, arbeitet als Seelsorgerin im Krankenhaus. Sie blickt auf 30 Jahre Erfahrung im Umgang mit Kindern zurück, die sie durch schwere Krankheit und auch in den letzten Lebenswochen begleitet hat. Sie ist im Vorstand des Vereins „Kinderhospiz Löwenherz“ in Bremen und Autorin des Buches „Das behalt ich mir. Begegnungen mit Kindern im Krankenhaus“.

Für Alpha in Hann. Münden hat das Thema gerade eine besondere Aktualität, denn zwei Mitarbeiterinnen haben sich kürzlich für diese spezielle Art der Betreuung schulen lassen, Margit Kaulitz und Edith Witzmann. Mit diesen beiden Ehrenamtlichen sei Alpha nun in der Lage, eine Familie mit einem todkranken Kind zu betreuen, sagt Eva Maschinski, Leiterin des Hospizdienstes Alpha. Ein krankes Kind, das weiß, dass es bald sterben wird, lebe in einer ganz anderen Welt, bekräftigt Margit Kaulitz. Das Hineinhören und Hineinfühlen in die Gefühlswelt dieser Kinder sei sehr wichtig. Anders als Erwachsene gingen die schwerkranken Kinder aber nicht ständig grübelnd durchs Leben, sondern alberten auch gerne herum und lachten.

Unter Hospizarbeit verstehe man meist nur die Begleitung Sterbender, ergänzt Eva Maschinski. Doch auch Kinder, die an einer lebensverkürzenden Krankheit leiden, brauchen eine besondere Aufmerksamkeit. Dabei könne es sein, dass die Krankheit noch kaum sichtbar ist, aber doch jeder weiß, dass das Kind nur eine sehr kurze Lebenserwartung hat. Diese Situation stelle die Familie immer wieder vor neue Herausforderungen. Und sie kann lange dauern: Margit Kaulitz erzählt, wie sie während ihrer Fortbildung, die im Kinderhospiz Löwenherz stattfand, eine Frau kennenlernte, die ihren 17-jährigen kranken Sohn pflegte. Ursprünglich hatte man ihr gesagt, ihr Kind werde nur vier Jahre alt.

Von Bettina Sangerhausen