Wenn Kinder den Tod begreifen wollen

Quelle: Mündener Allgemeine, 24. April 2010

Dürfen Kinder mit zu Opas Beerdigung? Sollte man ihnen erlauben, die sterbende Großmutter im Krankenhaus zu sehen? Wieviel Trauer ist normal und ab wann muss man sich Sorgen um ein Kind machen? Fragen wie diese werden immer wieder von Eltern an die Alpha-Mitarbeiterinnen herangetragen, berichtet Eva Maschinski. Auch dieser Aspekt gehört ins Thema Kinder, Tod und Trauer.

Die Antworten fallen individuell unterschiedlich aus, aber eine Grundregel gebe es: Meistens sei für die Kinder ihre Fantasie schlimmer als die Wirklichkeit. Wenn die Erwachsenen besorgt miteinander reden, aber verstummen, sobald das Kind herantritt, dann male sich das Kind womöglich die furchtbarsten Dinge aus. Besser wäre, Offenheit und Nähe dagegenzusetzen.

Das gelte auch, wenn das Kind den Wunsch äußert, mit zur Beerdigung von Oma zu kommen. Dann sollte ein Erwachsener, der selbst nicht zu stark von der Trauer betroffen ist, mit dem Kind gehen und ihm zur Seite stehen.

Die Unsicherheit im Umgang mit dem Tod sei groß. Auf dem Bildschirm sei das Sterben mannigfach präsent, „aber wenn Kinder „Beerdigung“ spielen ist das Entsetzen groß.“ Kinder erleben den Tod von Familienangehörigen nur selten mit. 80 Prozent sterben in Einrichtungen, nur wenige Zuhause. Dabei gingen Kinder mitunter ganz spielerisch-selbstverständlich mit dem Tod um. Eine Vierjährige, deren Großmutter daheim im Sterben lag, malte nebenan ganz viele Bilder, auf der Oma mitten im Leben zu sehen war, erinnert sich Margit Kaulitz. Aber auch Bilder mit geisterhaften Wesen.

Das Kind stellte sich vor, dass die Großmutter bald in den Himmel kommt und dort ihren Hund treffen werde, der schon vorausgegangen war. Der Hund durfte denn auch auf keinem der Bilder fehlen. (tns)