Über Tod und Trauer

Quelle: Rotenburger Rundschau, 5. März 2010

Diesseits-Jenseits-Reihe stößt auf großes Interesse

Rotenburg.  (fo/ww). Großen Anklang in der Bevölkerung findet die Veranstaltungsreihe Diesseits-Jenseits in Rotenburg. Dieses positive Fazit zog Anita Wolf-Turek, Sprecherin der Initiatorinnen, während eines Infotages im Kantor-Helmke-Haus. In Ausstellungen, Konzerten, Andachten, Diskussionsrunden und vielen weiteren Projekten können sich Besucher mit dem Thema Tod und Trauer auseinandersetzen. 

"Besonders freut es mich, dass die Menschen nach dem Programm nicht gleich nach Hause gehen, sondern angeregt über das Erlebte diskutieren und sich austauschen", berichtet Wolf-Turek. Dabei geht es auch um die Angst, sich mit dem Tod zu beschäftigen, die in allen Altersgruppen vorhanden sei. "Wie gehe ich mit trauernden Menschen im meinem Umfeld um?" oder "Wie kann ich mein Beileid vermitteln?" sind einige der häufig gestellten Fragen, die Besucher bewegen. Wer mehr wissen will, findet in der Stadtbibliothek eine Sammlung von Büchern, die explizit zum Thema zusammengestellt worden sind.

Bei einem Info-Tag hatten Hospizvereine, Selbsthilfe- und Trauergruppen, Bestattungsunternehmen und andere, die mit Tod und Trauer zu tun haben, jetzt Stände aufgebaut, um nicht nur über ihre Arbeit zu informieren, sondern sich auch untereinander auszutauschen mit dem Ziel, Netzwerke aufzubauen. Etwa zwischen dem Rotenburger Palliativ- und Hospizverein und dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke. So lassen sich die Mediatoren des Vereins von Fachkräften des Hospizes schulen.

Weitere Informationen finden Interessenten auf der Internetseite www.diesseits-jenseits.com. Die Initiatorinnen Anita Wolf-Turek, Sieglinde Mix und Brunhilde Staskewitsch freuen sich auf viele Besucher und interessante Gespräche.

Die nächsten Termine der Reihe im Kurzüberblick:

  • Sonntag, 7. März, 11 Uhr, Auditorium im Kantor-Helmke-Haus; "Von der Kunst zu sterben“: eine Mischung aus Theater und Ritual mit der Figuren- und Objekttheaterspielerin Beate Simon. Authentische Todesgedichte japanischer Zenmeister des 13. bis 18. Jahrhunderts, dazu einfache Requisiten wie ein Glas Wasser, eine Schale Reis, eine Tonfigur oder eine Klangschale sollen ausreichen, um eine Ahnung vom so fremden Umgang mit Tod und Transformation zu vermitteln. Dazu setzt Dieter Halbach mit Flöte (Low-Whistle), Duduk (armenische Oboe) und Konzertgitarre auf einfühlsame Weise seine musikalischen Akzente. Zahlreiche Auftritte im In- und Ausland führten Beate Simon unter anderem nach Japan. Dort wurde sie inspiriert, die Erfahrungen aus ihrer zehnjährigen Zenpraxis in eine Theaterform zu übertragen, die eine Symbiose aus Objekttheater, rituellen und meditativen Elementen darstellt.
  • Dienstag, 9. März, 20 Uhr, Bildnerische Werkstatt; Kino in der Bildnerischen Werkstatt "Dead Man“
  • Mittwoch, 10. März, 20 Uhr; Stadtbibliothek; Buchvorstellung "Man muss leben, damit man sich mit dem Tod anfreundet“ (Astrid Lindgren), Sabine Herter-Moch, Buchhändlerin.

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