Große Freude im Kinderhospiz Löwenherz: Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (Bildmitte) übergab die Förderbescheide an Gaby Letzing (links), die Leiterin des Kinderhospiz Löwenherz und Barbara Frerker, Geschäftführerin des Vereins Kinderhospiz Löwenherz e.V.

Sozialministerin Özkan übergab Förderbescheide für Jugendhospiz Löwenherz

Pressemitteilung - Syke, 30.05.2011

Syke – Das Land Niedersachsen beteiligt sich mit 600 000 Euro an den Baukosten für das geplante Jugendhospiz Löwenherz in Syke. Sozialministerin Aygül Özkan übergab die Förderbescheide am Montag an Gaby Letzing, die Leiterin des Kinderhospiz Löwenherz. Sie bedankte sich herzlich für die Unterstützung bei der Ministerin. „Wir freuen uns sehr, dass das Land Niedersachsen das Jugendhospiz mit diesem großen Betrag fördert", so Letzing. „Das ist eine große Unterstützung für das Projekt."

Auch unheilbar erkrankte Jugendliche bräuchten Raum für ein würdevolles Abschiednehmen, sagte die Ministerin bei ihrem Besuch. „Eine gemeinsame Betreuung mit Kindern entspricht allerdings nicht den Bedürfnissen der jeweiligen Altersstufe. Sie benötigen daher Angebote und eine Umgebung, die auf ihr Alter zugeschnitten sind. Auch herkömmliche Hospize sind darauf nicht eingestellt", betonte sie.

Die Baukosten für das Modellprojekt betragen insgesamt 3, 9 Millionen Euro. Sie werden zum größten Teil durch Spenden und Zuschüsse von Stiftungen finanziert. Der Spatenstich ist für den kommenden Herbst geplant, die Eröffnung ist voraussichtlich im Herbst 2012. Das Jugendhospiz Löwenherz wird die einzige Einrichtung dieser Art in Niedersachsen und Bremen sei. 

Das Gebäude soll auf dem Grundstück neben dem Kinderhospiz Löwenherz errichtet werden. Es wird Jugendlichen und Erwachsenen im Alter von 14 bis 24 Jahren offenstehen, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden. Hier erhalten sie die erforderliche, intensive Pflege und ihrem Alter entsprechende Angebote. Das Jugendhospiz soll bis zu acht Plätze für die erkrankten Jugendlichen sowie sechs Begleiterzimmer für ihre Freunde und Familien haben. Mit insgesamt gut 1.500 Quadratmetern wird das Haus viel Raum für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Jugendlichen bieten.

Das Jugendhospiz Löwenherz ist eine wichtige und notwendige Erweiterung zum Kinderhospiz. Denn Jugendliche haben andere Bedürfnisse und Interessen als die „Kleinen". Junge Menschen brauchen Möglichkeiten zur eigenständigen Entwicklung und persönliche Freiräume – auch wenn sie schwerkrank sind und mit dem Leben ringen. Mit Freunden oder älteren Geschwistern können sie gemeinsam für einige Wochen zu Gast sein.

Die Gäste können Ausflüge mit Assistenz unternehmen, im Aufenthaltsraum mit Angehörigen und Pflegern zusammensitzen und „chillen", bei lauter Musik Disco machen oder sich im Bewegungsbad entspannen. Für die stillen Momente gibt es ebenso Raum – beim Abschied nehmen von Freunden oder vom eigenen Leben. Dann stehen den Jugendlichen, ihren Familien und Freunden einfühlsame Menschen zur Seite, die sie behutsam begleiten. Sie achten auch auf eine gute Schmerztherapie und seelsorgerliche Unterstützung. Auch angesichts der Warteliste im Kinderhospiz ist die Erweiterung dringend nötig. Denn jedes Jahr wollen mehr Familien mit ihren erkrankten Kindern ins Löwenherz kommen. Viele von ihnen sind bereits jetzt Jugendliche. Da sind die acht Plätze schnell belegt. Durch den Neubau des Jugendhospizes gibt es wieder mehr Platz für die „Kleinen.

Das Kinderhospiz „Löwenherz" bietet seit September 2003 unheilbar erkrankten Kindern und ihren Familien Unterstützung an. Im Mittelpunkt steht die Entlastung der Eltern von der anstrengenden Pflege sowie die Begleitung des Kindes in der letzten Lebensphase. Die Familien können diese Unterstützung nach Vorgabe der Krankenkassen bis zu 28 Tage pro Jahr nutzen. Das Kinderhospiz hat acht Plätze für die erkrankten Kinder und ebenso viele Zimmer für Eltern und Geschwister. Bis zu 150 Familien sind pro Jahr hier Gast. 

Bei „Löwenherz" werden Kinder und Jugendliche gepflegt, die an einer tödlich verlaufenden Krankheit lei­den, bei der nach dem heutigen Stand der Medizin eine Heilung ausgeschlossen ist. Viele von ihnen haben seltene Stoffwechselstörungen, Herzerkrankungen oder Hirnschädigungen nach einer schweren Geburt oder durch einen Unfall, manche haben schwere angeborene Fehlbildungen oder eine fortgeschrittene Krebserkrankung.

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