Soziales Jahr gilt als gute Referenz bei künftigen Arbeitgebern

Quelle: Delmenhorster Kreisblatt, 13.4.2011

Junge Menschen werben für Freiwilligendienst

Ganderkesee (dut). „Ich wollte ganz sicher gehen, dass ich damit klarkomme. Das habe ich geschafft.“ Mit „damit“ meint Chiara Purnhagen, mit dem Sterben von Kindern umzugehen. Die junge Frau absolviert derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Kinderhospiz Löwenherz in Syke. Ob sie ihrem Berufswunsch – dem Studium der Sonderpädagogik – gerecht werden kann, wollte sie zunächst mithilfe des Freiwilligendienstes austesten. Jetzt, kurz vor Ende des FSJ, ist Chiara ganz sicher und startet dieses Jahr zuversichtlich ins Studium.

Chiara gehört zu den 26 jungen Menschen, die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr unter Leitung der Diakonie Hannover absolvieren. Gestern stellten sie sich im Gymnasium Ganderkesee den Fragen der Zehntklässler zu dem Thema und warben erstmals an einer Schule für den Freiwilligendienst. Sie selbst hatten sich zu Beginn ihres Jahrs überwiegend wenig informiert gefühlt. „Wir wollen eine gute Sache weiter verbreiten“, meint FSJler Reinhard Bohne.

Stefan Cobus erzählt, er wolle sich selbst finden, selbstständiger werden, sich weiterentwickeln. Auch das hat er nach eigener Aussage in seiner Zeit als FSJler geschafft. „Man könnte zunächst denken, es ist Zeitverschwendung. Ist es aber nicht“, sagt der junge Mann, der den Dienst als einer der Letzten als Wehrersatzdienst angetreten hat. Mit dem Ende der Wehrpflicht steht der Freiwilligendienst vor einer ungewissen Zukunft.

Die Vorteile des FSJ sind schnell aufgezählt: Es wird als Wartezeit vor dem Studienbeginn angerechnet, zählt in einigen Berufen als Vorpraktikum und wird im Monat mit insgesamt knapp 400 Euro vergütet. Zudem gilt es als gute Referenz bei künftigen Arbeitgebern. Als Überbrückungszeit nutzte auch Mona Remfort das FSJ. Ihre Zeit im Kindergarten sieht sie als großen Zugewinn für ihre berufliche Laufbahn.

„Durch die verkürzte Schulzeit haben wir viele Schüler, die noch nicht wissen, wo sie hinwollen“, sagt Stefanie Schulte, Koordinatorin für den Jahrgang 10 am Gymnasium. Ein Soziales Jahr sei sicher für viele eine gute Alternative.