"Löwenherzen" beeindrucken UHUs

M. Koschützke und E. Grupe bieten Bücher an

Quelle: my heimat, 10. März 2011

von Dirk Steffens aus Wennigsen

Zu Geburtstagen, Familienfeiern oder bei Veranstaltungen wird immer wieder gerne für das „Kinderhospiz Löwenherz“ in Syke bei Bremen gespendet.

Jetzt hatten die UHUs (Unterhundertjährige) der Wennigser Marien-Petri-Gemeinde während ihres monatlichen Kaffeenachmittags Gelegenheit, das Leben in dieser in Niedersachsen einmaligen Einrichtung kennen zu lernen. Elke Grupe vom Vorstand des Fördervereins, ihr Ehemann Ingo Grupe und Marlies Koschützke aus Gehrden waren mit Informationen, einer Verkaufsausstellung und Büchern im Gemeindehaus der Kirche zu Gast.

Das Kinderhospiz nimmt jährlich bis zu 150 Familien aus ganz Niedersachsen auf. Jeweils acht Kinder mit Krankheiten, die nach heutigen medizinischen Erkenntnissen keine Heilungschancen haben, können in Syke betreut werden. Acht Zimmer stehen für Eltern und Geschwister zur Verfügung. Die Kinder bleiben bis zu 28 Tagen im Hospiz und kehren danach mit Eltern und Geschwistern zurück nach Hause. Wenn die Eltern es wünschen und das Sterben zu Hause nicht möglich ist, werden die Kinder im Hospiz bis zu ihrem Tode medizinisch und seelsorgerlich begleitet. „Es ist das Ziel der Mediziner, Seelsorger und Therapeuten im Hospiz, gerade auch die Eltern und Geschwister zu stärken in der schweren Zeit des Abschiednehmens und der Trauer“, sagt Elke Grupe.

Beeindruckt sehen die Senioren Bilder, hören Lieder und Erzählungen, mit denen Elke Grupe einen Einblick in den Tageslauf der Kinder und Eltern, der Kinderkrankenschwestern und Therapeuten im „Kinderhospiz Löwenherz“ gibt. Da liegen Freude und Schmerz, Trauer und Trost dicht beieinander. Zu sehen sind fröhlich spielende Kinder, entspannt wirkende Väter und Mütter, liebevoll für Kranke und Gesunde sorgende Pfleger und Mitarbeiterinnen. Aber auch der Schmerz und die Ohnmacht, die Eltern im Angesicht des erwarteten Sterbens ihrer Kinder erleiden, werden nicht ausgeklammert. „Im Kinderhospiz haben sich Rituale bewährt, die den Eltern, Geschwistern und auch den dort Arbeitenden helfen, die gestorbenen Kinder los zu lassen und sie doch in ihren Herzen zu bewahren“, sagt Elke Grupe. So kommen noch Jahre nach dem Sterben ihres Kindes Eltern nach Syke und halten in dem dort angelegten „Garten der Erinnerung“ inne vor dem Stein, der den Namen ihres Kindes trägt.

„Löwenherzen stecken an“ heißt es in einem der Lieder, das die Bilder aus Syke musikalisch begleitet. Die Stärke, mit der Jungen und Mädchen, Väter und Mütter, Ärzte, Schwestern und die vielen Ehrenamtlichen des „Kinderhospiz Löwenherz“ dem Leid und Tod standhalten, bewegt und macht Mut.

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