Wallenhorster Theaterfüchse spielen für das Kinderhospiz Löwenherz

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung, 21.10.2011

Bei den Proben ging's drunter und durch

Wallenhorst. Der derzeit wahrscheinlich jüngste Wallenhorster Verein sind die „Theaterfüchse". Sie möchten laut Satzung das lokale kulturelle Leben mitgestalten und proben derzeit mit viel Spaß das Debütstück „Praxis Dr. Freesemann". Für die Akteure ein Novum: Der Autor Helmut Artur Schmidt wird die Premiere am Samstag, 12. November, 19.30 Uhr, im Wallenhorster Ratssaal besuchen. Die Erlöse spendet die Gruppe dem Kinderhospiz „Löwenherz".

Die Vereinsgründung in Johannes Beckmanns Gaststätte „Zum Voßberg" (Fuchsberg) erweist sich für die „Theaterfüchse" als gutes Omen: Der Vorverkauf verspricht voll besetzte Säle bei Premiere und weiteren Terminen. Ein Großteil der Hobbyschauspieler kennt das Metier aus der Zeit als „Bühnenspechte". Die haben sich aufgelöst. Indes blieb bei einigen das Virus Bühnenluft schnuppern zu wollen erhalten.

„Es sollte weitergehen. Da waren KD und ich uns einig", berichtete Marina Wallmeyer über erste Überlegungen, das Theaterspielen in Wallenhorst aufleben lassen zu wollen. „Auch ich bin immer wieder angesprochen worden, ob wir nicht wieder auf der Bühne stehen wollen", blickt Klaus-Dieter (KD) Braß zurück.

Dann begann die Telefoniererei mit vielen Gesprächen. Erfahrene Theaterspieler und neue Interessierte wurden gewonnen. Dann stand das Team – für die Vereinsgründung und das neue Theaterstück. „Der Name Theaterfüchse soll für die Wallenhorster eine Gedankenbrücke sein zu der einstigen Gruppe", erklärt Braß.

12 Euro im Jahr kostet die Mitgliedschaft. Finanzen werden nicht gehortet, sondern unterstützen die gemeinnützige Arbeit im Kinderhospiz „Löwenherz". „Das steht auch in der Satzung, weil es uns so wichtig ist", betont Marina Wallmeyer.

Für die Proben trafen und treffen sich die „Theaterfüchse" in Beckmanns „Voßberg", im „Sandkrug" und im Hollager Saal Barlag, wo zwei Aufführungen über die Bühne gehen werden. „Ich warte schon auf meinen nächsten Lach-Flash, in den alle einfallen und wir deshalb erst einmal nicht weiterproben können", berichtet Marina Wallmeyer von den Proben, bei denen Souffleuse Christiane Bänsch-Volk Texthänger beseitigt.

Sie, weitere Akteure und freiwillige Unterstützer sind gerade damit beschäftigt, den Aufbau der zehn Bühnenelemente in Barlags Saal zu bewerkstelligen. Weil die Aktivitäten zwei Jahre lang ruhten, waren verschiedentlich intensive Überlegungen erforderlich, wie die Teile sicheren Stand erhalten müssen, damit die Wände nicht krachen gehen. Mit Akkuschraubern, Spaxschrauben, Schraubzwingen und den richtigen Eingebungen gelang auch das.

Das Team ist sicher, mit dem Dreiakter „Praxis Dr. Freesemann" den Humornerv des Publikums zu treffen. Es geht um „H. Freesemann" und Verwechslungen. Da ist der erfolglose Autor Harald Freesemann (Manuel Nöring) und dessen Frau Lena (Vanessa Grewe). Über ihnen zieht Horst Freesemann (Björn Schulze) ein, von dem die Nachbarin und Plaudertasche Gisela Krämer (Marina Wallmeier) weiß, dass es ein „Gehirnklempner" ist.

Programmiert ist, dass es mit „H. Freesemann" zu turbulenten Verwechslungen kommen muss. Da mischen auch das „durchgeknallte Ehepaar" Timo und Petra Fuchs (Uwe Neugebauer und Anja Meier zu Farwig), die verliebte und irritierte Johanna Suppe (Martina Scholz) und ihr schräger Sohn Kai (Klaus-Dieter Braß) mit. Wem dann auch noch der Briefträger Felipe (Francisco Heredia Ramos) spanisch vorkommt, ist im richtigen Stück.

Die Karten für das „Theaterfüchse"-Debüt kosten 8 Euro. Tickets gibt es in Wallenhorst bei Schreibwaren Vornholt, in Rulle bei Schreibwaren Hübner und im Hollager Gasthaus Barlag. Weitere Termine sind Sonntag, 13. November, 16 Uhr, im Rathaus; Samstag, 26. November, 19.30 Uhr, und Sonntag, 27. November, 16 Uhr, in Barlags Saal. Einlass ist jeweils eine Stunde vor den Aufführungen.