Mehr Lebensqualität für todkranke Kinder

Quelle: Zevener Zeitung, 27. Januar 2011

Farven. Bewegende Berichte über todkranke Kinder, die im Kinderhospiz Löwenherz in Syke liebevoll betreut werden, hörten Besucher des Frühstückstreffs der Pella-Gemeinde in Farven.

Die Kinderhospiz-Mitarbeiterinnen Yvonne Hanf und Christine Wegner schilderten die schwere und doch Freude bringende Arbeit, die sie in der stationären Einrichtung, aber auch im ehrenamtlichen ambulanten Dienst übernommen haben.

Pflege ist personalintensiv

Im Kinderhospiz sind nach Auskunft der Referentinnen pro Jahr etwa 125 erkrankte Kinder mit ihren Familien zu Gast. Die Pflege sei sehr personalintensiv. Dank großzügiger Freunde und Spender habe in den vergangenen Monaten weiteres Personal eingestellt werden können. So wechselten sich zur Zeit drei Kinderärzte in der medizinischen Betreuung der Kinder ab. Dabei gehe es darum, die Lebensqualität der Kinder zu verbessern, sich Zeit zu nehmen, die Kinder zu untersuchen und Gespräche mit den Eltern zu führen.

Im Herbst habe der Bau eines Jugendhospizes begonnen. In Bezug auf die ambulante Arbeit berichteten Yvonne Hanf und Christine Wegner, dass allein in Bremen 23 geschulte Ehrenamtliche 16 Familien betreuen. In Niedersachsen seien 45 Ehrenamtliche an den Schulungen zur ambulanten Kinderhospizbegleiterin ausgebildet worden. Sie betreuen 32 erkrankte Kinder, hieß es in Farven.

Die Referentinnen schilderten darüber hinaus, wie der Kontakt zu Familien mit schwerstkranken Kindern hergestellt wird und wie die Kinder von Ehrenamtlichen begleitet werden. Besonders wichtig für die Mitarbeiter ist es, Zeit zu haben.

In der ambulanten Pflege werde die Zeit entweder mit dem kranken Kind selbst verbracht, sodass die Familienangehörigen sich etwas erholen können. Oder die Mitarbeiter des Hospiz-Dienstes beschäftigen sich mit den gesunden Geschwistern, damit auch ihnen etwas Aufmerksamkeit geschenkt wird. Für die Geschwister der Kranken sei es oftmals ein schönes Erlebnis, wenn extra für sie eine Mitarbeiterin Zeit hat.

Jede Familie, in der ein krankes Kind mit einer begrenzten Lebenserwartung lebt, könne dieses Angebot kostenlos in Anspruch nehmen. Allerdings scheine der ambulante Hospiz-Dienst bei vielen nicht bekannt zu sein. So sei es eine wichtige Arbeit, die Hospiz-Arbeit bekannter zu machen und weitere Ehrenamtliche auszubilden. Denn in Niedersachsen leben nach Angaben der Mitarbeiterinnen etwa 2050 schwerkranke Kinder mit begrenzter Lebenserwartung.

Christa Schmidt, die Koordinatorin der Hospizgruppe Bremervörde-Zeven erwähnte, dass es auch im Altkreis Bremervörde Möglichkeiten gibt, nicht nur schwerstkranke Kinder, sondern auch schwerstkranke Erwachsene durch die Mitarbeiter des Hospiz-Dienstes zu betreuen oder den pflegenden Familien Auszeiten zu ermöglichen. (ZZ/lh)

Zum Thema

Christa Schmidt wird am 24. Februar beim offenen Frühstückstreffen in Tarmstedt berichten, das von 9 bis 11.30 Uhr im Gemeindehaus der Salemsgemeinde stattfinden wird. Weitere Informationen im Internet:

www.selk-farven.de
www.salemsgemeinde.de
www.kinderhospiz-loewenherz.de