Erster Spatenstich für „Jugendhospiz Löwenherz“ im April

Pressemitteilung - Syke, 27.03.2012

Einzige Einrichtung in Niedersachsen und Bremen – Bauzeit ein Jahr

Syke - Mit dem ersten Spatenstich beginnen am Mittwoch, den 11. April in Syke in Anwesenheit geladener Gäste die Bauarbeiten für das „Jugendhospiz Löwenherz“. Zu der Zeremonie werden auch viele „Bauherren“ erwartet, die mit dem Kauf symbolischer Steine den Bau des Jugendhospiz unterstützt haben. Den offiziellen Spatenstich werden Staatssekretär Heiner Pott vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration und der erkrankte Dennis Schoolmann (17), vornehmen. Er war schon mehrfach Gast im Kinderhospiz und freut sich auf den Anbau für die „Großen“.

Das einzige Jugendhospiz in Niedersachsen und Bremen entsteht auf dem Grundstück direkt neben dem Kinderhospiz und wird jungen Gästen im Alter von 14 bis 24 Jahren offenstehen, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden. Das Haus erhält acht Pflegezimmer, sechs Zimmer für die Angehörigen sowie ein Bewegungs-bad für die Kinder und die Jugendlichen. Die Baukosten betragen rund 3, 9 Millionen €, an denen sich das Land Niedersachsen mit 600 000 € beteiligt. Die Bauzeit wird zwischen einem und eineinhalb Jahren betragen, so dass das neue Haus zum zehnjährigen Jubiläums des Kinderhospiz Löwenherz im Herbst 2013 eingeweiht werden kann.

Das Jugendhospiz ist eine wichtige und notwendige Erweiterung zum Kinderhospiz. Die Gäste erhalten hier die erforderliche, intensive Pflege und ihrem Alter entsprechende Angebote. Sie können sich im Bewegungsbad entspannen, „chillen“, Ausflüge mit Assistenz unternehmen, im Aufenthaltsraum mit Angehörigen und Pflegern zusammensitzen oder bei lauter Musik Disco machen. Denn Jugendliche haben andere Bedürfnisse und Interessen als die „Kleinen“. Junge Menschen brauchen Möglichkeiten zur eigenständigen Entwicklung und persönliche Freiräume – auch wenn sie schwerkrank sind und mit dem Leben ringen. Mit Freunden oder älteren Geschwistern können sie gemeinsam ins Jugendhospiz kommen und hier für einige Wochen zu Gast sein. Auch ohne Eltern. Denn für viele ist es wichtig, auch einmal dem „Behütetsein“ zu entfliehen.

Für die stillen Momente gibt es auch Raum – zum Beispiel für das Abschied nehmen von Freunden oder vom eigenen Leben. Dann stehen den Jugendlichen und ihren Familien einfühlsame Menschen zur Seite, die sie behutsam begleiten. Sie achten auch auf eine gute Schmerztherapie und seelsorgerliche Unterstützung.

Ein weiterer Grund für den Bau des Jugendhospizes: Rund 30 Prozent der Gäste im Kinderhospiz sind 14 Jahre und älter. Hinzu kommt das große Bedürfnis der Familien nach Unterstützung. „Im vorigen Jahr standen zeitweise mehr als 40 Familien auf der Warteliste, die gerne für einige Woche zu Löwenherz gekommen wären“, erläuterte Gaby Letzing, die Leiterin des Kinderhospizes. „Das macht deutlich, wie groß der Bedarf ist. Im Jugendhospiz können die Gäste gemeinsam mit anderen jungen Menschen Lebensfreude teilen. Das macht stark – auch wenn das Leben begrenzt ist.“

Das Kinderhospiz „Löwenherz“ in Syke nimmt seit seiner Eröffnung im September 2003 unheilbar erkrankte Kinder und deren Familien für bis zu vier Wochen im Jahr auf. Die kranken Kinder werden von professionellen Pflegekräften rund um die Uhr liebevoll versorgt, während Eltern und Geschwister entspannen und neue Kraft schöpfen können. Das Haus hat acht Plätze für die erkrankten Kinder sowie acht Familienzimmer. Jährlich kommen bis zu 150 Familien ins „Kinderhospiz Löwenherz“.

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