Bei den Profis geht es um Zehntelsekunden

Quelle: Die Glocke, 19.08.2012

Gütersloh (rebo) - Die Luft in der Stadt flirrt vor Hitze. Nur wenige Passanten sind auf den Straßen unterwegs. Bei 37 Grad im Schatten ist das Radrennen über Wasser am Sonntag das Ausflugsziel schlechthin. Hunderte Besucher sitzen im Schatten am Ufer des kleinen Teichs an der „Neuen Mühle".
Marius Kuznik mit der Startnummer 17 aus Rheda-Wiedenbrück hat sich bereits am Samstag für das Hauptrennen am Sonntag qualifiziert. Für die Fahrt über die 24 Zentimeter breiten Planken des Rundparcours über den See haben sich 55 Teilnehmer angemeldet.

„Einige sind schon seit Jahren dabei", sagt Hans-Jörg Milse, der die Veranstaltung zusammen mit 100 ehrenamtlichen Helfern für den Verein „ToyRun4Kids" ausrichtet. Auch Marius Kuznik, der von seinen Fans angefeuert wird, ist erfahrener Wasser-Radfahrer. Trotzdem schafft er den „Full Ride", also eine gesamte Runde, nicht. Als er die Hälfte zurückgelegt hat, verliert er das Gleichgewicht und stürzt ins Wasser. Eine willkommene Abkühlung in der Sommerhitze. Den ehrgeizigen Starter ärgert der misslungene Versuch trotzdem.

Die Profis des Radrennens über Wasser haben längst kein Problem mehr damit, das Gleichgewicht zu halten. Bei ihnen geht es nur noch um die Zeit, die sie benötigen. Alexander Hinschen aus Oelde mit der Startnummer zwei fährt in rasantem Tempo über die Holzbohlen und lässt sich weder von einer Steigung, noch von den Kurven aus der Ruhe bringen. Nach 17,56 Sekunden ist seine Wertungsfahrt beendet. Sein ärgster Konkurrent, Dirk Besemann, übertrumpft ihn um drei knappe Zehntelsekunden und hat nach 17,28 Sekunden wieder festen Boden unter den Reifen. Besemann hatte den Wettbewerb vor zwei Jahren gewonnen. Im vergangenen Jahr musste die Veranstaltung wegen des Verdachts auf EHEC-Keime im Wasser abgesagt werden. Später wird Hinschen 16,75 fahren.

Hans-Jörg Milse kommentiert die Fahrten und fragt nach einem Sturz immer wieder besorgt: „Alles in Ordnung? Das hat so ausgesehen, als hätte es wehgetan." Die meisten Teilnehmer haben ihre Räder aber bestens präpariert und Lenker sowie Stange mit Schaumstoff umwickelt. Während Fahrer und Zuschauer am Wochenende eine unterhaltsame Veranstaltung erleben durften, profitieren auch das Kinderhospiz Löwenherz in Syke bei Bremen, die Jugendgruppe des Technischen Hilfswerks und der Kinderschutzbund Gütersloh vom Radrennen über Wasser. Die Einnahmen werden unter den Einrichtungen aufgeteilt.

Die Sieger: bis 13 Jahre Niko Wecker; bis 17 Jahre Yannik-Leon Gerbig; bis 25 Jahre Aljoscha Hölscher; bis 35 Jahre Alexander Hinschen (Gesamtsieger); bis 45 Jahre Dirk Besemann; bis 55 Jahre Johannes Hermwille; Einradwertung Annika Hermwille; bestes Team „Chillout Biker" Oelde; beste Frau Annika Hermwille.