Jugendhospiz: Einweihung für Herbst 2013 geplant

Quelle: Kreiszeitung, 28.03.2012

Staatssekretär und 17-Jähriger setzen am 11. April den ersten Spatenstich / „Löwenherzen" investieren 3,9 Millionen Euro

Syke - Mit dem ersten Spatenstich beginnen am Mittwoch, 11. April, in Syke die Bauarbeiten für das „Jugendhospiz Löwenherz". Den offiziellen Spatenstich setzen Staatssekretär Heiner Pott (Niedersächsisches Sozialministerium) sowie der erkrankte Dennis Schoolmann (17).

Er war schon mehrfach Gast im Kinderhospiz und freut sich auf den Anbau für die „Großen". Das einzige Jugendhospiz in Niedersachsen und Bremen entsteht auf dem Grundstück direkt neben dem Kinderhospiz und wird jungen Gästen im Alter von 14 bis 24 Jahren offen stehen, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden. Das Haus erhält acht Pflegezimmer, sechs Zimmer für die Angehörigen sowie ein Bewegungsbad für die Kinder und die Jugendlichen. Die Baukosten betragen rund 3,9 Millionen Euro, an denen sich das Land Niedersachsen mit 600 000 Euro beteiligt. Die Bauzeit wird zwischen einem und eineinhalb Jahren betragen, so dass das neue Haus zum zehnjährigen Bestehen des Kinderhospizes Löwenherz im Herbst 2013 eingeweiht werden kann.

„Die Gäste erhalten dort die erforderliche, intensive Pflege und ihrem Alter entsprechende Angebote", betont Pressesprecher Heiner Brock. „Sie können sich im Bewegungsbad entspannen, chillen, Ausflüge mit Assistenz unternehmen, im Aufenthaltsraum mit Angehörigen und Pflegern zusammensitzen oder bei lauter Musik Disco machen. Denn Jugendliche haben andere Bedürfnisse und Interessen als die Kleinen". Die „Löwenherz"-Betreuer wissen: „Junge Menschen brauchen Möglichkeiten zur eigenständigen Entwicklung und persönliche Freiräume – auch wenn sie schwerkrank sind und mit dem Leben ringen." Mit Freunden oder älteren Geschwistern können sie gemeinsam ins Jugendhospiz kommen und hier für einige Wochen zu Gast sein – auch ohne Eltern. Denn für viele sei es wichtig, auch einmal dem „Behütetsein" zu entfliehen. Heiner Brock: „Für die stillen Momente gibt es auch Raum – zum Beispiel für das Abschiednehmen von Freunden oder vom eigenen Leben. Dann stehen den Jugendlichen und ihren Familien einfühlsame Menschen zur Seite, die sie behutsam begleiten. Sie achten auch auf eine gute Schmerztherapie und seelsorgerliche Unterstützung."

Rund 30 Prozent der Gäste im Kinderhospiz sind 14 Jahre und älter. Hinzu komme das große Bedürfnis der Familien nach Unterstützung. „Im vorigen Jahr standen zeitweise mehr als 40 Familien auf der Warteliste, die gerne für einige Wochen zu Löwenherz gekommen wären", erläutert Gaby Letzing, die Leiterin des Kinderhospizes. „Das macht deutlich, wie groß der Bedarf ist. Im Jugendhospiz können die Gäste gemeinsam mit anderen jungen Menschen Lebensfreude teilen. Das macht stark – auch wenn das Leben begrenzt ist."