Syke legt den Grundstein für das Jugendhospiz Löwenherz

Quelle: Kreiszeitung, 11.09.2012

Syke. Von Katrin Pliszka - Was die Bewohner der Erde in 1000 Jahren über uns denken? „Weiß ich nicht, aber warum sollten sie keinen USB-Stick benutzen können?!" Löwenherz-Pressesprecher Heiner Brock zeigte sich heute optimistisch während der feierlichen Grundsteinlegung für das neue Jugendhospiz Löwenherz in Syke.

Brocks ungewöhnliche Beigabe für die kupferne Zeitkapsel enthält Bauzeichnungen, Pressemitteilungen, Bilder sowie eine Chronik, die viel über Löwenherz und die Projekte des Vereins erzählen sollen. Der Stick fand schließlich seinen Platz neben Tageszeitungen, Münzen und zahlreichen weißen Rosenquarz-Stücken als Sinnbilder für die vielen guten Wünsche der rund 100 Gäste, die dem Festakt beiwohnten.

Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter von Löwenherz, Familien mit erkrankten Kindern aus dem benachbarten Kinderhospiz, Handwerker, Planer und geladene Gäste scharten sich um den Mauerteil, der später den Treppenaufgang des neuen Jugendhospizes bilden soll. Dort platzierte Löwenherz-Seelsorgerin Thekla Röhrs nach einer kurzen Ansprache und Segnung der Baustelle die verschlossene Kupferkapsel. Kelle um Kelle schaufelten im Anschluss Röhrs, Maskottchen Maximilian und Vereinsvorsitzende Gaby Letzing den Mörtel auf den Grundstein.

Auch Dennis Schoolmann schaufelte mit. Der Teenager hatte den Entwurf des Jugendhospizes mit seinen Ideen mitgestaltet, gemeinsam mit Eltern, anderen erkrankten Jugendlichen und Mitarbeitern. Sie nahmen heute die ersten sichtbaren Ergebnisse des Baus an der Straße Siebenhäuser 77 in Augenschein: Der Grundriss steht, das Untergeschoss ist gemauert und die Bodenplatte war bereits zur Hälfte fertig. „Wir liegen voll im Zeitplan", bestätigte Brock. Spätestens im Herbst 2013 solle das Jugenshospiz eingeweiht werden, pünktlich zum zehnjährigen Bestehen des Kinderhospizes. Das Jugendhospiz ist für unheilbar erkrankte Jugendliche von 14 bis 24 Jahren gedacht. Acht Pflegezimmer für die Jugendlichen, sechs Zimmer für die Angehörigen sowie ein Therapiebad sollen nach den Plänen von Architekt André Sachmerda aus Bremen entstehen.

Die Baukosten beziffert der Verein auf 3,9 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen beteiligt sich daran mit 600.000 Euro, die Deutsche Fernseh-Lotterie steuert 300.000 Euro bei.