Dennis freut sich auf die Skyline von New York

Quelle: Landeskirche Hannovers, 11.04.2012

Schwer kranker 17-Jähriger setzt den ersten Spatenstich für neues Jugendhospiz

Von Martina Schwager (epd)

Syke/Kr. Diepholz (epd).
Dennis ist stolz. Der 17-Jährige hat den Mitarbeitern im Kinderhospiz "Löwenherz" immer wieder Tipps gegeben für das neue Jugendhospiz. "Cool" soll es werden. Am 11. April ist es so weit. Der Bau direkt neben dem Kinderhospiz in Syke bei Bremen beginnt. Und Dennis wird dabei sein. Gemeinsam mit Staatssekretär Heiner Pott aus dem Sozialministerium wird der schwer kranke Junge den ersten Spatenstich setzen.

Anderthalb Jahre später soll das erste Jugendhospiz in Niedersachsen und Bremen fertig sein. 3,9 Millionen Euro soll es kosten. 600.000 Euro zahlt das Land. Der Rest wird über Spenden finanziert. Unheilbar kranke Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren sollen dort bis zu vier Wochen im Jahr verbringen können. Acht Plätze wird es für sie geben, sechs für Eltern oder Begleiter. Die Skyline von New York und anderen großen Städten soll die Zimmer schmücken. Auf die freut Dennis sich besonders.

Dennis hat eine seltene Genschädigung. Sie lässt sein Kleinhirn schrumpfen. Deshalb wird seine Bewegungsfähigkeit immer mehr eingeschränkt. "Als Kleinkind konnte er noch auf wackligen Beinen laufen", erzählt seine Mutter Roswitha Schoolmann (51). Seit dem fünften Lebensjahr sitzt er im Rollstuhl. Hände und Arme kann er kaum kontrolliert bewegen. Das Sprechen fällt ihm schwer. Weil auch das Schlucken Probleme bereitet, hat er eine Magensonde.

Dennis ist ein Kämpfer: "Er hat eigentlich nie geklagt", sagt seine Mutter. Doch in letzter Zeit hadert er manchmal. Denn die Krankheit schreitet unaufhaltsam fort. Wenige Schritte konnte er mit Unterstützung bis vor kurzem noch gehen. Jetzt knicken ihm die Beine weg. Infektionen machen ihm zu schaffen. Auch seine Mutter kommt an ihre Grenzen: "Neulich hat er gesagt: Mama, wenn ich den Kassenbon noch hätte, würde ich mein Schicksal umtauschen."

"Löwenherz" nimmt seit 2003 Familien mit unheilbar kranken Kindern auf. Die Eltern werden in der Pflege entlastet, erläutert Leiterin Gaby Letzing. Es gibt spezielle Angebote für sie und die Geschwisterkinder. Manche kommen, um ihre Kinder dort im Sterben zu begleiten. Der Andrang ist groß, zu bestimmten Zeiten gibt es lange Wartezeiten.

"Deshalb ist das Jugendhospiz dringend notwendig", sagt Letzing. Außerdem seien mittlerweile 30 Prozent der Gäste 14 Jahre und älter. "Ein Kinderhospiz kann den speziellen Bedürfnissen von Jugendlichen eigentlich nicht gerecht werden."

Das sieht auch Dennis so. Seit Jahren ist er regelmäßiger Besucher im Kinderhospiz. Mittlerweile gehen ihm kleine Kinder manchmal ganz schön auf die Nerven. Und weil er einer der wenigen ist, die ihre Wünsche äußern können, wurde er zum Berater für den Neubau. Die technische Ausstattung ist dem Technik-Fan wichtig: "Playstation, Laptops, Musikanlagen, Internetzugang - Jugendliche stehen nun mal auf solche Dinge." 

All das wird es im neuen Jugendhospiz geben, verspricht die Leiterin. Außerdem können die Jugendlichen im Bewegungsbad entspannen, im Aufenthaltsraum mit Angehörigen zusammensitzen, chillen oder bei lauter Musik Disco machen. Sie können auch ohne Eltern, mit Freunden oder älteren Geschwistern kommen. "Im Jugendhospiz können die Gäste gemeinsam mit anderen jungen Menschen Lebensfreude teilen. Das macht stark - auch wenn das Leben begrenzt ist." 

Der Spatenstich wird für Dennis ein Highlight sein. Seine Mutter hofft, dass ihm das auch über seine größte Enttäuschung hinweghilft. Der Autofreak hatte gehofft, bald den Führerschein machen zu können: "Das war sein größter Traum." Vor wenigen Wochen haben die Ärzte ihm gesagt, dass der niemals in Erfüllung gehen wird. "Da hat er lange bitterlich geweint."

Von Martina Schwager (epd)

 

 

 

Syke/Kr. Diepholz (epd). Dennis ist stolz. Der 17-Jährige hat den Mitarbeitern im Kinderhospiz "Löwenherz" immer wieder Tipps gegeben für das neue Jugendhospiz. "Cool" soll es werden. Am 11. April ist es so weit. Der Bau direkt neben dem Kinderhospiz in Syke bei Bremen beginnt. Und Dennis wird dabei sein. Gemeinsam mit Staatssekretär Heiner Pott aus dem Sozialministerium wird der schwer kranke Junge den ersten Spatenstich setzen.

 

 

 

Anderthalb Jahre später soll das erste Jugendhospiz in Niedersachsen und Bremen fertig sein. 3,9 Millionen Euro soll es kosten. 600.000 Euro zahlt das Land. Der Rest wird über Spenden finanziert. Unheilbar kranke Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren sollen dort bis zu vier Wochen im Jahr verbringen können. Acht Plätze wird es für sie geben, sechs für Eltern oder Begleiter. Die Skyline von New York und anderen großen Städten soll die Zimmer schmücken. Auf die freut Dennis sich besonders.

 

 

 

Dennis hat eine seltene Genschädigung. Sie lässt sein Kleinhirn schrumpfen. Deshalb wird seine Bewegungsfähigkeit immer mehr eingeschränkt. "Als Kleinkind konnte er noch auf wackligen Beinen laufen", erzählt seine Mutter Roswitha Schoolmann (51). Seit dem fünften Lebensjahr sitzt er im Rollstuhl. Hände und Arme kann er kaum kontrolliert bewegen. Das Sprechen fällt ihm schwer. Weil auch das Schlucken Probleme bereitet, hat er eine Magensonde. 

 

 

 

Dennis ist ein Kämpfer: "Er hat eigentlich nie geklagt", sagt seine Mutter. Doch in letzter Zeit hadert er manchmal. Denn die Krankheit schreitet unaufhaltsam fort. Wenige Schritte konnte er mit Unterstützung bis vor kurzem noch gehen. Jetzt knicken ihm die Beine weg. Infektionen machen ihm zu schaffen. Auch seine Mutter kommt an ihre Grenzen: "Neulich hat er gesagt: Mama, wenn ich den Kassenbon noch hätte, würde ich mein Schicksal umtauschen."

 

 

 

"Löwenherz" nimmt seit 2003 Familien mit unheilbar kranken Kindern auf. Die Eltern werden in der Pflege entlastet, erläutert Leiterin Gaby Letzing. Es gibt spezielle Angebote für sie und die Geschwisterkinder. Manche kommen, um ihre Kinder dort im Sterben zu begleiten. Der Andrang ist groß, zu bestimmten Zeiten gibt es lange Wartezeiten. 

 

 

 

"Deshalb ist das Jugendhospiz dringend notwendig", sagt Letzing. Außerdem seien mittlerweile 30 Prozent der Gäste 14 Jahre und älter. "Ein Kinderhospiz kann den speziellen Bedürfnissen von Jugendlichen eigentlich nicht gerecht werden." 

 

 

 

Das sieht auch Dennis so. Seit Jahren ist er regelmäßiger Besucher im Kinderhospiz. Mittlerweile gehen ihm kleine Kinder manchmal ganz schön auf die Nerven. Und weil er einer der wenigen ist, die ihre Wünsche äußern können, wurde er zum Berater für den Neubau. Die technische Ausstattung ist dem Technik-Fan wichtig: "Playstation, Laptops, Musikanlagen, Internetzugang - Jugendliche stehen nun mal auf solche Dinge." 

 

 

 

All das wird es im neuen Jugendhospiz geben, verspricht die Leiterin. Außerdem können die Jugendlichen im Bewegungsbad entspannen, im Aufenthaltsraum mit Angehörigen zusammensitzen, chillen oder bei lauter Musik Disco machen. Sie können auch ohne Eltern, mit Freunden oder älteren Geschwistern kommen. "Im Jugendhospiz können die Gäste gemeinsam mit anderen jungen Menschen Lebensfreude teilen. Das macht stark - auch wenn das Leben begrenzt ist." 

 

 

 

Der Spatenstich wird für Dennis ein Highlight sein. Seine Mutter hofft, dass ihm das auch über seine größte Enttäuschung hinweghilft. Der Autofreak hatte gehofft, bald den Führerschein machen zu können: "Das war sein größter Traum." Vor wenigen Wochen haben die Ärzte ihm gesagt, dass der niemals in Erfüllung gehen wird. "Da hat er lange bitterlich geweint."

Bau für Niedersachsens erstes Jugendhospiz beginnt

Neben dem Kinderhospiz „Löwenherz" in Syke bei Bremen wird ab 11. April das seit langem geplante Jugendhospiz entstehen. Es wird das erste in Niedersachsen und Bremen sein. Das Haus werde Gästen zwischen 14 und 24 Jahren offenstehen, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden, teilte das Kinderhospiz mit. Es erhalte acht Pflegezimmer, sechs Zimmer für die Angehörigen und ein Bewegungsbad. Die Baukosten betragen rund 3,9 Millionen Euro. Das Land zahlt 600.000 Euro.

Die übrigen Kosten werden durch Spenden gedeckt. Das neue Haus soll zum zehnjährigen Jubiläums des Kinderhospiz im Herbst 2013 eingeweiht werden. Es ist nach Angaben der Leiterin Gaby Letzing eine wichtige Erweiterung zum Kinderhospiz: „Jugendliche brauchen Möglichkeiten zur eigenständigen Entwicklung und persönliche Freiräume - auch wenn sie schwer krank sind und mit dem Leben ringen."

Die Jugendlichen könnten auch ohne Eltern und stattdessen mit Freunden oder älteren Geschwistern kommen. Sie erhielten die erforderliche intensive Pflege und ihrem Alter entsprechende Angebote, sagte Letzing. Rund 30 Prozent der Gäste im Kinderhospiz seien schon jetzt 14 Jahre und älter. Gleichzeitig habe es in den vergangenen Jahren zu bestimmten Zeiten immer wieder Engpässe und lange Wartelisten gegeben.

Das Kinderhospiz nimmt seit seiner Eröffnung im September 2003 unheilbar erkrankte Kinder und deren Familien für bis zu vier Wochen im Jahr auf. Die kranken Kinder werden von professionellen Pflegekräften rund um die Uhr versorgt, während Eltern und Geschwister entspannen und neue Kraft schöpfen können. Das Haus hat acht Plätze für die erkrankten Kinder sowie acht Familienzimmer. Jährlich kommen bis zu 150 Familien.