Hilfe für schwerstkranke Kinder im Emsland

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung, 26.03.2012

Hospiz-Team Abendstern in Salzbergen kooperiert mit dem Kinderhospiz Löwenherz

Salzbergen. Allein in Niedersachsen gibt es rund 100 Erwachsenenhospize, aber bundesweit finden sich nur knapp hundert Kinderhospize. In Deutschland leben jedoch weit mehr als 20000 Kinder mit einer sogenannten „lebensverkürzenden Diagnose", das heißt, sie sind sterbenskrank.

Um in ländlichen Strukturen wie dem Emsland eine flächendeckende und qualifizierte Kinderhospizarbeit zu gewährleisten, kooperiert das Hospiz-Team Abendstern aus Salzbergen seit 2010 als einer von 30 Hospizdiensten in Niedersachsen mit dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke. Speziell geschulte Ehrenamtliche bieten Familien von schwerstkranken Kindern ambulante Kinderhospizarbeit vor Ort, die Begleitung über Landesgrenzen hinweg ist für die Familien kostenfrei und kann doch so wertvoll sein in einer Zeit, in der Angst und Überlastung den Alltag bestimmen.

„Es ist wichtig, dass wir ein enges Netz ambulanter Angebote spinnen, um wirklich alle betroffenen Familien, die eine Begleitung wünschen, auffangen zu können", betonte Elisabeth Lohbreier, Koordinatorin für die ambulante Kinderhospizarbeit in Niedersachsen, deren Ausführungen im Kulturkeller Salzbergen auf großes Interesse stießen.

„Kinderhospizarbeit ist eine schwere, aber auch dankenswerte Aufgabe, denn unser Ziel ist, Familien möglichst lange ihre Lebensqualität zu erhalten", freute sich Anni Brinker, zweite Vorsitzende des Hospiz-Teams Salzbergen, über den großen Zulauf aus der Bevölkerung.

Hilfe in allen Phasen

Erwachsenenhospize stehen ihren Gästen explizit nur für die finale, letzte Lebensphase offen. Kinderhospizarbeit erstreckt sich hingegen vom Zeitpunkt der Diagnose oft über viele Jahre bis zum Tod und darüber hinaus – im Mittelpunkt der Begleitung steht immer das Leben. In Salzbergen sind Monika Egbers und Hannelore Buers aktive Mitglieder des Hospiz-Teams Abendstern, die vom Kinderhospiz Löwenherz umfassend als ambulante Kinderhospizhelfer ausgebildet worden sind. Die beiden ausgebildeten Sterbe- und Trauerbegleiterinnen begleiten auf Wunsch lebensverkürzend erkrankte Kinder und deren Familien vom Zeitpunkt der Diagnose, im Leben, im Sterben sowie über den Tod hinaus. Sie entlasten, hören zu, verstehen, schaffen Freiräume und sind einfach nur da, auch für Eltern und Geschwisterkinder.

Es geht in der ehrenamtlichen Begleitung nicht um pädagogische oder therapeutische Profession, sondern um das Einbringen menschlicher Qualitäten. „In erster Linie verstehen wir uns als Lebensbegleiter im Alltag, die, an den individuellen Bedürfnissen der Familie orientiert, praktische Unterstützung leisten. Wir sind gerüstet und sensibel, um den Familien ein wertvoller Partner und Begleiter in ihrer persönlichen Situation zu sein", erklärten Hannelore Buers und Monika Egbers, denen nach eingehender Ausbildung zukünftig noch zwei weitere Ehrenamtliche in der ambulanten Kinderhospizarbeit zur Seite stehen werden.

Hospiz-Team AbendsternKoordinatorin: Maria WinnemöllerKontakt unter der Telefonnummer 05976/2125Mail: HTA-salzbergen@t-online.de