Bunte Steine faszinieren Jung und Alt

Quelle: Nordwest-Zeitung, 14.10.2012

Premiere von „Steinstark" übertrifft alle Erwartungen – 1000 Besucher

Vom Raumschiff bis zum Reichstagsgebäude: Am Wochenende wurden in Bookholzberg die vielfältigen Möglichkeiten der kleinen Kunststoffteilchen aufgezeigt.

von Karoline Schulz

Bookholzberg - Mit solch einem Einstand hatte Marit Menninga, Organisatorin der ersten Lego-Messe in der Mehrzweckhalle des Berufsförderungswerks (bfw) Weser-Ems in Bookholzberg, nicht gerechnet. Schließlich betrat die 56 Jahre alte Wüstingerin mit der Ausstellung „Steinstark 2012" in hiesigen Gefilden Neuland. Lego-Ausstellungen gibt es einige in Deutschland – aber eben nicht in der Nähe.

Die Idee schlug ein. Rund 1000 Besucher sahen sich die Ausstellung am Sonnabend und Sonntag an. Kinder und Erwachsene gleichermaßen. „Ich bin überwältigt von der Resonanz", so Marit Menninga. Sie habe den Eindruck, dass alle Besucher zufrieden nach Hause gegangen seien, resümierte die Organisatorin am Ende der Veranstaltung.

Zwölf Aussteller aus dem norddeutschen Raum hatte Marit Menninga, die als Fachbereichsleiterin für den gewerblich-technischen Bereich am bfw tätig ist, für die „Steinstark"-Premiere gewinnen können. Die gemeinsame Botschaft der Lego-Enthusiasten: Die sind bunten Kunststoffteilchen sind mehr als nur Einzelteile für Bausätze.

Und das Image des Kinderspielzeugs habe Lego ebenfalls längst überwunden. Davon ist beispielsweise Aussteller Wolfgang Sichert überzeugt, der aus Twistringen angereist war. Er stellte in Bookholzberg eine Kollektion von selbst entworfenen Zügen aus. „Vor zehn oder 15 Jahren erntete man Gelächter, wenn man sagte, man baue Lego. Heute ist das anders" so der 47-Jährige.

Dass die Beschäftigung mit Lego mehr ist als bloßes Nachbauen von Konstruktionsplänen, belegte besonders eindrucksvoll Sven Möller-Mahler. Der Cuxhavener hatte seinen Nachbau des Reichstages mitgebracht – ein aus 17 Modulen bestehendes, 150 Kilogramm schweres Großmodell, das er binnen zweier Jahre nach Fotos des Gebäudes gebaut hat. Wie viele Teile er verbaut hat, weiß der 50-Jährige nicht. „Bei 200 000 habe ich aufgehört zu zählen", sagte er. Allein die Glaskuppel habe er mit 5500 1x2-Plättchen nachgebildet.

Beim Betrachten der Modelle blieb es am Wochenende in Bookholzberg nicht: An einem Bautisch hatten Besucher Gelegenheit, selbst kreativ zu werden. Kinder konnten sich zudem in einem Wettbewerb im Lego-Bauen messen.

„Steinstark"-Organisatorin Marit Menninga bezeichnete die Ausstellung, deren Erlös dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke zufließen wird, als „vollen Erfolg". Eine zweite Auflage sei durchaus nicht ausgeschlossen.