Schüler spenden 1720 Euro

Quelle: Obermain-Tagblatt, 26.01.2012

Kinder und Jugendliche zeigen beim Weihnachtsbasar viel Engagement / Sieben Organisationen unterstützt

LICHTENFELS - Für einen Schulleiter ist es immer ein besonderes Ereignis, Positives aus dem Schulleben zu berichten. Besonders wenn es darum geht, dass die Schule „über den Tellerrand der Bildung hinaus sich auch für soziale Projekte engagiert", wie Schulleiter Stefan Völker am Meranier-Gymnasium gestern feststellte.

Kurz nach Schulbeginn konnte er eine Reihe von Schülervertretern, Schüler und die Empfänger einer nachweihnachtlichen Bescherung begrüßen. Der Grund war, das im letzten Jahr sich am Weihnachtsbasar nicht wie bisher nur einzelne Klassen, sondern die ganze Schule beteiligte.

Über die Verteilung des Erlöses von insgesamt 1720,79 Euro entschied dann die jeweilige Klasse. Daher gab es nicht nur einen glücklichen Empfänger, sondern gleich eine ganze Reihe davon. „Im Namen der Vierbeiner", dankte der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Harry Schöler für eine Spende in Höhe von 112 Euro. Geld, welches das Lichtenfelser Tierheim gut gebrauchen kann. Erst im letzten Jahr entstand ein Erweiterungsbau für acht neue Boxen und einen Behandlungsraum. Noch wird dringend Geld für die Fertigstellung benötigt.

Schwester Christine Köberlein, die Generaloberin der Franziskusschwestern in Vierzehnheiligen ist erst kürzlich aus Peru zurückgekehrt. Sie kennt den Unterschied zwischen staatlichen Schulen in den Andenstaat und heimischen Schulen nur allzu gut. „Kinder, die in Peru eine staatliche Schule besuchen müssen, wollen unbedingt etwas lernen", sagt Schwester Christine Köberlein. Doch ihnen mangelt es häufig an Schulmitteln und am Essen. In der peruanischen 14-Millionen Stadt Lima unterhält die Ordensgemeinschaft unter anderen auch einen Speisesaal für Straßenkinder. Für sie oft die einzige Mahlzeit am Tag. Mit einer Spende von 307,75 Euro wird die Arbeit der Franziskusschwestern in Peru unterstützt.

Das Elend der Kinder der dritten Welt kennt auch der Lichtenfelser Kinderarzt Dr. Albert Rudolph, der 2009 den „German Doctors Freundeskreis Lichtenfels" gründete. „Ob Lima, Nairobi, Dakar oder Manila, es ist überall dasselbe, die Kinder lernen in staatlichen Schulen nicht viel", sagt er. Mit seinem Anteil von 307,08 Euro möchte Rudolph ein Projekt in Nairobi unterstützen.

Armut, wenn auch nicht für jedermann ersichtlich, gibt es auch im reichen Deutschland, macht Pfarrerin Anne Salzbrenner deutlich. Wie den Familienvater dessen Arbeitgeber seit Monaten das Gehalt schuldig bleibt, oder den vom Jobcenter gesperrten Hartz IV Empfänger. Die Arbeit der Pfarrerin für Bedürftige im Landkreis unterstützen die Gymnasiasten mit 414,30 Euro.

Weitere 306,56 Euro geht an das Kinderhospiz Löwenherz in Bremen und 136,55 Euro an die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen". Konkrete Gedanken haben sich die Schüler auch über den Verwendungszweck ihrer letzten Spende gemacht, die Sandra Hohmann von der Sozialen Beratungsstelle der Caritas entgegennehmen konnte. Mit 136,55 Euro unterstützen die Gymnasiasten das Projekt des freiwilligen sozialen Schuljahrs.

Fleißige Schüler

Mit viel Eifer beim Weihnachtsbasar waren auch die jüngsten Schüler des Gymnasiums bei der Sache. Jonas und Felix aus der sechsten Jahrgangsstufe durften stellvertretend für ihre Mitschüler an der Spendenübergabe teilnehmen. Die Schüler haben Züge aus Kekse, Dominosteinen und Waffeln gebastelt. „Die sind alle weggegangen", freuen sich die beiden Jungen. Freuen dürfen sich auch die, denen die Spenden zugute kommen. -gst-