Jugendhospiz eingeweiht – Samstag Jubiläum und Tag der offenen Tür im Kinderhospiz

Dennis Schoolmann und Gaby Letzing weihten gemeinsam das Jugendhospiz Löwenherz ein.

Pressemitteilung - Syke, 20.09.2013

Besucher von 11.00 bis 18.00 Uhr herzlich willkommen

Syke - Mit einem Festakt für geladene Gäste ist am Freitag (heute) das größte Jugendhospiz Deutschlands in Syke offiziell eingeweiht worden. Das neue Haus wird Gästen im Alter von 14 bis 24 Jahren offen stehen, die an einer unheilbaren Krankheit leiden.

Mit einem Tag der offenen Tür feiert das Kinderhospiz am Samstag (morgen) sein zehnjähriges Jubiläum. Besucher und Freunde sind von 11.00 bis 18.00 Uhr herzlich eingeladen, sich das neue Jugendhospiz Löwenherz und das Kinderhospiz anzuschauen und einen persönlichen Eindruck von der Arbeit zu verschaffen.

Das Jugendhospiz ist in einem separaten Gebäude neben dem Kinderhospiz untergebracht und durch einen Flur mit ihm verbunden. Es hat acht Pflegezimmer und sechs Räume für ihre Begleiter. In einem Bewegungsbad können sich die Gäste entspannen. Sie erhalten im Jugendhospiz die erforderliche, intensive Pflege und ihrem Alter entsprechende Angebote; sie können „chillen", Ausflüge mit Assistenz unternehmen, im Aufenthaltsraum mit Angehörigen zusammensitzen oder bei lauter Musik Disco machen. Es soll die Bedürfnisse der erkrankten Jugendlichen und jungen Erwachsenen mehr berücksichtigen.

„Wir haben den Aufenthaltsraum „Down under" genannt und die Zimmer nach Reisezielen wie New York, Paris und Tokio benannt", sagte Gaby Letzing, Leiterin des Kinderhospiz Löwenherz und Vorsitzende des Vereins bei der Einweihungsfeier im Festzelt. Darin drücke sich für sie auch die innere Haltung aus, dass sich die Heranwachsenden im neuen Jugendhospiz „möglichst viele neue Räume erschließen können." Persönliche Worte fand Jörg Röhmann, Staatssekretär im niedersächsischen Sozialministerium. Er wolle den hauptamtlich und ehrenamtlich Tätigen zurufen, „passen Sie auf sich auf und helfen Sie denen, die wissen, dass der Weg zu Ende geht, aber wissen, dass sie hier nicht alleine sind."

„Die jungen Menschen müssen ihr Leben leben mit den unterschiedlichsten Einschränkungen – mit Arztbesuchen, Therapien und einer ständigen Abhängigkeit von den Eltern oder anderen Bezugspersonen und mit dem Wissen um das eigene, bevorstehende Sterben", erklärte Margret Hartkopf, Vorstandsmitglied des Deutschen Kinderhospizvereins. Aber sie müssten sich lösen dürfen von den Eltern. Sie bräuchten eigene Freiräume und einen Ort, um sich mit den Themen Krankheit Sterben und Tod auseinanderzusetzen. „Und auf einem Teil ihres Weges brauchen die Jugendlichen ein Jugendhospiz, eine Herberge auf ihrem Lebensweg", sagte Hartkopf. Es sei wichtig, Jugendliche ernst zu nehmen und nicht über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden. „Viele Jugendliche erleben, dass sie in ihrem Alltag wie Kinder behandelt und beispielsweise wie selbstverständlich mit „du" angesprochen werden.

Johannes Schnepel-Boomgaarden, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Betriebsgesellschaft Kinderhospiz Löwenherz gGmbH betonte in seinem Festbeitrag, „wenn die Haltung nicht stimmt, ist alles nichts. Wir müssen den Wundern des Lebens in all seinen Formen die Hand hinhalten, dafür arbeiten wir seit zehn Jahren im Kinderhospiz und jetzt im Jugendhospiz." Das neue Haus sei eine wichtige und notwendige Erweiterung, denn Heranwachsende müssten auch als solche behandelt werden. Und „Benjamin Blümchen ist manchmal nicht mit Heavy Metal kompatibel", weiß Schnepel-Boomgaarden.

Mit einem Ritual segneten Superintendent Dr. Jörn-Michael Schröder, Löwenherz-Seelsorgerin Thekla Röhrs sowie Dorothea Bobzin, Diakonin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Vereins, das Jugendhospiz, das ab Anfang Oktober Gäste aufnimmt. „Löwenherz steht unter einem guten Stern. Das glaube ich ganz sicher" betonte Dorothea Bobzin. Der Festakt wurde musikalisch begleitet von dem Chor des Gymnasiums Syke. Die Moderation hatte Heidi Schroeder übernommen.

Die Baukosten für das Jugendhospiz Löwenherz betrugen rund 4,5 Millionen Euro, an denen sich das Land Niedersachsen mit 600 000 Euro beteiligte. Die Deutsche Fernsehlotterie förderte das Jugendhospiz mit 300 000 Euro. Auch die Unterstützung durch private Spender war riesig: Mehr als 700 „Bauherren" kauften symbolische Bausteine, weitere 320 Spender und Stiftungen überwiesen zweckgebundene Spenden. Damit steuerten sie fast 850 000 Euro zum Bau des Jugendhospizes bei.

Im Kinderhospiz Löwenherz waren seit der Eröffnung im September 2003 insgesamt 365 unheilbar erkrankte Kinder und Jugendliche mit ihren Familien zu Gast. 152 Kinder und Jugendliche sind in dieser Zeit gestorben. Bisher kamen jährlich bis zu 150 Familien in das einzige Kinderhospiz in Niedersachsen und Bremen. Nach der Eröffnung des Jugendhospizes werden es bis zu 250 Familien sein. Das Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz wird rund zur Hälfte durch Spenden finanziert.

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