Kinderhospiz Löwenherz startet ins Jubiläumsjahr

Gesundheitswissenschaftlerin Annelie Keil sprach beim Neujahrsempfang im Kinderhospiz Löwenherz vor rund 80 Zuhörern über ihr Buch mit dem Titel „Auf brüchigem Boden Land gewinnen“

Pressemitteilung - Syke, 18.01.2013

Im vorigen Jahr 151 erkrankte Kinder zu Gast – Neujahrsempfang

Syke – Das Kinderhospiz Löwenherz hat in diesem Jahr dreifachen Grund zum Feiern: Im September besteht das Kinderhospiz zehn Jahre, zugleich wird im Herbst das neue Jugendhospiz eröffnet. Und im Februar begeht die Stiftung Kinderhospiz Löwenherz ihr fünfjähriges Jubiläum. „Das wird ein sehr spannendes Jahr für uns", sagte Gaby Letzing, Leiterin des Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz, am Freitag in Syke beim Neujahrsempfang.

Die Bremer Gesundheitswissenschaftlerin Annelie Keil sprach in ihrem Vortrag über ihr Buch mit dem Titel „Auf brüchigem Boden Land gewinnen" über den ständigen Prozess der Wandlung, der voller Überraschungen stecke. Zwischen Chaos und Ordnung, Anpassung und Widerstand, Freiheit und Abhängigkeit seien wir herausgefordert, unsere eigene Welt zu gestalten. Lust, Glück, Pech, Angst, Mut, Hoffnung, Abschied: Diese Erfahrungen stünden wie Gesundheit und Krankheit auf der Tagesordnung, die wir nicht ändern, sondern nur begreifen könnten. Wer leben wolle, müsse viele Erfahrungen sammeln und Land gewinnen.

Im vorigen Jahr waren 151 erkrankte Kinder mit ihren Familien bei Löwenherz zu Gast, erläuterte Gaby Letzing. Viele von ihnen kamen mehrmals im Jahr, um Kraft zu schöpfen. Das Kinderhospiz verzeichnete damit eine Belegung von 94,2 Prozent und erreichte mit Eltern und Geschwistern gemeinsam 7 257 Übernachtungstage.

Eine besondere Herausforderung war im vergangenen Jahr die Begleitung eines schwer erkrankten Jungen, der über mehrere Monate im Kinderhospiz war und dort im Oktober starb. „Durch diesen ungewöhnlich langen Betreuungszeitraum war die Bindung der Mitarbeiter zu dem Jungen besonders intensiv und sein Abschied hat alle sehr berührt", beschrieb Letzing die Situation. Auch der Bau des Jugendhospizes in unmittelbarer Nähe zum Kinderhospiz brachte etliche Herausforderungen. Das Ruhebedürfnis der erkrankten Kinder und ihrer Familien kollidierte manches Mal mit den Bauaktivitäten. Dennoch: Die Familien freuen sich sehr auf das neue Haus, so dass sie die „Nebenwirkungen" mit Gelassenheit und Verständnis ertrugen.

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