4 700 Menschen „spinnen“ Endlos-Geschichte

Quelle: Kreiszeitung, 26.03.2013

Erlös kommt „Löwenherz" zugute

Von Viviane Reineking

Bremen - Sie wollten schlichtweg „etwas Gutes weitergeben", „viele Menschen für unsere Idee begeistern". Aus diesem Impuls heraus entstand das Internet-Projekt „Der letzte Satz" des Bremers Christian Hoffmann und des Achimers Wolfgang Mindermann.

4 690 Autoren beteiligten sich innerhalb eines Jahres, das Ergebnis ist ein „abwechslungsreicher, humorvoller und manchmal auch trauriger Endlos-Roman", so Hoffmann.

Gestern Abend wurde eine als Buchform erschienene Sonderedition zugunsten des Kinderhospizes „Löwenherz" im Bremer Rathaus versteigert. Ersteigert hat es Dr. Dirk Ippen aus München, Verleger der Mediengruppe Kreiszeitung (Syke). Am 1. Januar 2012 begann das Projekt. Einen ersten Satz hatte Mindermann formuliert. Wer immer wollte, konnte einen weiteren hinzuschreiben. Das Besondere: Die Mit-Autoren kannten jeweils nur den letzten Satz ihres Vorgängers. „Mitgesponnen" haben am Ende knapp 4 700 Autoren, darunter prominente Schreiberlinge wie Schriftsteller Frank Schätzing („Der Schwarm") und Neue-Vahr-Süd-Autor Sven Regener. Beteiligt haben sich auch rund 60 Menschen aus der ganzen Welt – aus Italien, Mexiko, Nordamerika und Singapur. „Es ist einfach gewachsen", können es Mindermann und Hoffmann noch gar nicht richtig fassen.

Gestartet war die Auktion im Festsaal des Rathauses bei 1 500 Euro. Soviel hatten Interessierte bereits vorab auf der Internetseite des Bremer Kellner-Verlages, in dem der Endlos-Roman als Taschenbuch erschienen ist, geboten. Für zehn Euro ist es jetzt erhältlich, für jedes verkaufte Exemplar erhält das Kinderhospiz „Löwenherz" 111 Cent.

Schnell überboten sich im Rathaus die beiden Interessenten, ein unbekannter Bieter am Telefon und Edgar Fischer, ehemaliger Mitarbeiter der Kreiszeitung. Er hatte den Auftrag von Ippen erhalten, das 304 Seiten starke Buch mit einem Einband aus blau-gefärbtem Oasen-Ziegenleder mit Goldprägung zu ersteigern. Und weil es um die gute Sache ging, überbot sich Fischer gleich mehrfach selbst. Bei 2 500 Euro gab der Unbekannte auf. „Ich habe den Auftrag, den Betrag noch einmal zu verdoppeln", verkündete Fischer zur Freude der Initiatoren und der Mitarbeiter des Syker Kinderhospizes.