Dem Tod Raum gegeben

Quelle: Kreiszeitung, 29.01.2013

Sottrumer Gymnasiasten übergeben Spende an Kinderhospiz Löwenherz

Sottrum - Ganz losgelassen hat sie das Thema nicht, im Gegenteil: Der Tod beschäftigt die Schüler noch immer. Das ist in dieser Woche einmal mehr deutlich geworden.

Die Schüler des Gymnasiums Sottrum haben die Erlöse ihres Projekttages vom Dezember zugunsten des Kinderhospizes Löwenherz übergeben. Genau 1117 Euro sind zusammengekommen, mit der die Sottrumer die Einrichtung in Syke unterstützen.

Wie berichtet, befassten sich die Neunt- und Zehntklässler zu Beginn des Schuljahres mit dem für die meisten Menschen nicht gerade einfachen Thema „Sterben und Tod". Daraus entwickelte sich im Verlauf der folgenden Monate der Dezember-Projekttag. Um Geld für das Kinderhospiz zu sammeln, verkauften die Schüler unter anderem selbst gebackenen Kuchen. Unterm Strich kamen letztlich 1 117 Euro zusammen.

Zu Gast beim Projekttag war auch Wolfgang Mindermann, Initiator des Projekts „http://www.DerletzteSatz.de". Bis Ende vergangenen Jahres konnten Hobbyautoren an einer Geschichte für ein Buch mitarbeiten. Sie kannten jeweils nur den letzten Satz des Vorgängers. Daran haben sich nach Angaben des Bremer Kellner-Verlags 4 690 Autoren beteiligt. Im März soll „Der letzte Satz" erscheinen. Die Erlöse gehen ebenfalls an das Kinderhospiz Löwenherz.
Was dort geleistet wird, habe die Sottrumer Gymnasiasten sehr berührt, bestätigen Melf Ingwerz, zusammen mit Marie-Thèrése Kaiser Organisator des Projekttages, Schülersprecher Florian Appmann und Schulleiter Franz Wenzl. Auch Dorothee Kellermann, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Kinderhospiz, freut sich über das Engagement der jungen Leute. „Sie haben dem Tod mitten im Leben Raum gegeben", sagt Kellermann. Die Beteiligten sind der Überzeugung, dass es jungen Leuten allgemein leichter als Erwachsenen falle, sich mit diesem Thema zu befassen. Diesen Standpunkt hatte auch Mindermann schon gegenüber der Kreiszeitung vertreten. Viele Erwachsene, so sein Credo, würden Sterben und Tod lieber ausblenden – für sie sei es ein Tabu. Dass es aber selbst ganz junge Menschen unvermittelt treffen kann, mussten die Sottrumer Gymnasiasten bei einem Besuch des Kinderhospiz im vergangenen Jahr feststellen. So berichtet Melf Ingwers unter anderem, dass ihm und seinen Mitschülern der Aufbahrungsraum sehr nahe gegangen sei. Er hob außerdem hervor, dass es der Syker Einrichtung insbesondere darum gehe, die Familien der todkranken Kinder zu betreuen. „Sie müssen auch einmal abschalten können", meinte der junge Mann.

Wie wichtig die Betreuung der Betroffenen ist, hebt Kellermann hervor: „Wir kommen sogar in die Familien und spielen mit den Kindern, damit sie abgelenkt werden." Leider komme es häufig vor, dass sich Schwester oder Brüder allzu oft in die zweite Reihe gedrängt fühlten, wenn eines der Geschwister todkrank sei. · ubu