Der Meller Kaufmann Stefan Brörmann über das Leben, sein Geschäft und das Kochen

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung, 16.05.2013

Melle. Wie ein fröhlicher Wirbelwind kommt Stefan Brörmann zum Interview. Optimistisch und gut gelaunt. Und genauso liest sich sein zweites Buch. Wie sein Schlachtruf heißt es: „Alle-man so weiter." Es ist ein unterhaltsamer Mix aus Anekdoten, Lebensweisheiten und vielen Rezepten, die er auch zusammen mit seinen kleinen Söhnen zubereitet.

Wie aber schafft es der Lebensmittelkaufmann, sogar schon sein zweites Buch zu schreiben?

Stefan Brörmann erzählt seine Geschichte, und auch diese wie der Wirbelwind, der den Zuhörer ansteckt und frohsinnig werden lässt und staunend darüber, wie ein junger Mann seinerseits über das Glück in seinem Leben staunt.

Schon mit sechs Jahren nahm Brörmanns Großmutter ihn mit auf ihren geliebten Wochenmarkt, auf dem sie Käse verkaufte. Das Gemüse aber aus dem eigenen Garten durfte der kleine Stefan alleine an den Kunden bringen, stolz auf jeden Pfennig in der Pappschachtel. Und wenn sich der Kleine in den Finger schnitt oder eine schlechte Note aus der Schule mitbrachte, dann sagte die Oma: „Das wird schon. Alleman so weiter." Dieses Motto bringt der Autor in jedes Kapitel seines Buches ein.

Papa, wie wird man Chef?
Ganz leicht zu bewältigen klingen die Haus- und Familienrezepte, ganz leicht klingt es, ein Geschäft mit über 100 Angestellten zu führen, und sehr frohsinnig klingen die lustigen Geschichten. Da fragt der kleine Sohn: „Papa, wie wird man Chef?" Tja. Da muss auch Stefan Brörmann überlegen. Er arbeitet 100 Stunden in der Woche und nimmt zwölf Tage Urlaub im Jahr: „Ich liebe diesen Laden." Das nimmt ihm jeder ab. Und sein Sohn? Als der hört, dass er viel lernen muss, um ein Geschäft zu führen, gute Zensuren nach Hause bringen, auf Treffen mit Freunden oder eine schöne Fernsehsendung verzichten, resümiert der Kleine: „Ne, Chef werden kann Felix (der Bruder Anm. der Red.), ich setze mich an die Kasse. Dann habe ich sofort das Geld."

Ob die Zubereitung von Brennnesseltee – und der Leser nimmt dem Autor ab, wie gut der schmeckt –, italiensche Brötchen, Kürbispizza oder gefüllte Käsetorte: Stefan Brörmann präsentiert unkomplizierte Rezepte mit humorigen Sahnehäubchen. Und hält nicht damit hinter dem Berg, dass er ein strenger Chef ist, der alle Abteilungen des Einzelhandels durchlaufen hat und das mit dem größten Vergnügen.

„Ich habe viel Glück im Leben gehabt", strahlt er. Und dann spricht er ein Riesenlob für seine Frau Stefanie aus, die ihm den Rücken frei hält und auch dann noch geduldig ist, wenn er nach einem x-stündigen Tag nach Hause kommt und noch keine Ruhe findet, sondern schnell ein Kapitel für sein Buch in den Computer hackt, genauso wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

Und so lieben ihn seine Kunden, denen er einen Willkommensgruß häufig quer durch den Laden entgegenschmettert. Und auch dafür: Von jedem verkauften Buch geht ein Euro an das Kinderhospiz Löwenherz.