In 24 Stunden mit dem Rad nach Berlin

Quelle: Nordwest-Zeitung, 13.06.2013

Stephan Büssing aus Cloppenburg fährt für den guten Zweck – Flut erschwert Vorhaben

Um 15.04 Uhr hat sich der 26-Jährige aus auf den Weg gemacht. Er muss eine Strecke von 480 Kilometern schaffen.

von Anuschka Kramer

CLOPPENBURG „Mach's gut", rufen ihm seine Freunde und Verwandten noch nach. Stephan Büssing winkt noch einmal kurz, dann ist er auch schon mit seinem Fahrrad links ums Cloppenburger Rathaus gebogen und verschwunden. Es ist 15.04 Uhr, jetzt gibt es kein Zurück mehr, der Countdown läuft. Schließlich ist der 26-Jährige nicht zu irgendeiner Radel-Tour aufgebrochen, sondern zu seinem Benefiz-Fahrrad-Marathon von der Stadt Cloppenburg nach Berlin.

Innerhalb von 24 Stunden will er in die Hauptstadt radeln – ohne zu schlafen. 430 Kilometer ist die Strecke lang – eigentlich. Doch die Flut hat dem Sportler einen Strich durch die Route gemacht. Aufgrund des Elbe-Hochwassers in Sachsen-Anhalt und vielen weiteren Überflutungsgebieten haben sich die Bedingungen verschärft. Büssing muss nun einen Umweg fahren, über Syke, Verden, Uelzen und Lüchow, um dann in Wittenberge über die Elbe zu kommen. „Das sind etwa 50 bis 60 Kilometer mehr", so der 26-Jährige. „Das kann knapp werden mit den 24 Stunden." Doch aufgeben kommt für ihn nicht in Frage. Schließlich ist diese Tour für den guten Zweck. Büssing möchte mit der Aktion das Kinderhospiz Löwenherz in Syke unterstützen, etliche Sponsoren konnte er gewinnen. Die Schirmherrschaft hat der Bundestagsabgeordnete Franz-Josef Holzenkamp (CDU) aus Emstek übernommen. Er will den Marathon-Fahrer am Donnerstag vor dem Reichstagsgebäude in Berlin in Empfang nehmen.

Wie es Büssing dann geht, bleibt abzuwarten. Hobbyradler können eine solche Strecke in vier bis fünf Tagen schaffen. Ein 24-Stunden-Trip ist da eine ganz andere Hausnummer. Schließlich gilt es, jede Stunde zu strampeln. Pausen will Büssing nur einlegen, wenn er seine Notdurft verrichten muss. Ursprünglich hatte der 26-Jährige, der bei der Agentur für Arbeit in Vechta beschäftigt ist, vorgehabt, einen Schnitt von 18 Stundenkilometern zu halten. Angesichts der nun längeren Strecke wird er noch schneller fahren müssen.

Zum Abschied fanden sich am Mittwoch nicht nur sein Vater und Verwandte und Freunde ein, sondern auch die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Bernhardt. Alle wünschten Büssing viel Glück. Büssing selbst hofft, dass sein Plan aufgeht – und sich für das Kinderhospiz lohnt. Interessierte, die spenden möchten, können auf ein eigens bei der Volksbank Visbek eingerichtetes Konto unter dem Stichwort „Kinderhospiz Löwenherz" einzahlen.