Stille Ankunft am Huntekai

Der Moment der Ankunft: Bernd Mansholt macht am Kai vor der Arbeitsagentur fest. Bild: Hauke-Christian Dittrich

Quelle: Nordwest-Zeitung, 29.08.2013

Bernd Mansholt nach dem Segeltörn nach Grönland wieder zu Hause

Die letzten Etappen waren hart. Bohrinseln in der Nordsee sorgten für Gefahr.
Thorsten Kuchta

OLDENBURG Die Eisenbahnbrücke öffnet sich um 16.40 Uhr – und da taucht sie auf, die „Nis Randers". Ein Ruck geht am Mittwochnachmittag durch die Wartenden an der Kaimauer des Stadthafens nahe der Arbeitsagentur. Bernd Mansholt kehrt zurück– nach 4000 Kilometern Segeltörn nach Grönland (NWZ berichtete). Allein. Mitsegler Jannek Plathe ist auf Grönland ausgestiegen, Mansholt muss die Nordsee allein bewältigen. Braun gebrannt, aber mitgenommen und ein wenig ausgezehrt steht er mit einer rot brennenden Leuchtfackel an Bord, als das Boot kurz vor der Kaimauer dümpelt. Dann steigt er die Leiter hoch. Eine eigenartige Stille herrscht, als er in die Arme von Frau Andrea fällt und seine Kinder Mathilda, Maria und Mike begrüßt. „Unwirklich", sagt er auf die Frage, wie es sich anfühlt, wieder da zu sein.

Doch dann fasst er sich und erzählt von der letzten Etappe. Eher lächelnd davon, dass er am Mittwochmorgen verschlafen hat und daher 40 Minuten später als angekündigt in Oldenburg festmacht. Eher mit gerunzelter Stirn von den vielen Ölplattformen und Bohrinseln in der Nordsee, die das Leben für den Einhandsegler gefährlich machen. Immer wieder abgedrängt von Wachbooten, immer wieder auf der Suche nach einem Kurs, der freies Wasser verspricht, meistens vergebens.

Auf dem Dach der Kajüte sitzt der Löwe des Jugendhospizes „Löwenherz" in Syke, das die Erlöse der Fahrt bekommt. Vor dem Steuerrad sitzt ein Plüschhusky. Krafttiere, sagt Mansholt. Denn Kraft hat die Reise gekostet.

Jetzt heißt es ankommen, die Gedanken ordnen, die Reise rekapitulieren. „Ich ziehe mich für ein paar Tage zurück", sagt er den Reportern. Dann gehört er wieder ganz der Familie.

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