Kommunizieren ohne Worte

Nicolette Blok (li) hat auf Einladung von Beate Tichy, Koordinatorin der ambulanten Kinderhospizarbeit Löwenherz/Niedersachsen, erstmals im Vereinshaus in Syke den Workshop „Unterstütze Kommunikation“ für Eltern angeboten.

Pressemitteilung - Syke, 23.01.2014

Löwenherz veranstaltete erstmals Workshop für Eltern von Kindern, die nicht sprechen können

Wie verständige ich mich mit schwer erkrankten Kindern und Jugendlichen, die nicht oder nur wenig sprechen können? Zu diesem Thema veranstaltete die ambulante Kinderhospizarbeit Löwenherz/Niedersachsen in Syke erstmals das Seminar „Unterstützte Kommunikation" für betroffene Eltern. Das Interesse der Familien war sehr groß.

„Unterstützte Kommunikation bezeichnet alle Maßnahmen und Methoden, die für Menschen mit Beeinträchtigungen in der Kommunikation Verständigung und Mitbestimmung verbessern", erklärte Nicolette Blok. Die Therapeutin und Frühförderin aus Graz ist seit mehreren Jahren als Referentin in der Fortbildung für die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von „Löwenherz" tätig.

„Die Unterstützte Kommunikation geht ganz klar von der Annahme aus, dass alle Menschen denken. Es ist an uns einen gemeinsamen Code zu finden", erläuterte Nicolette Blok, selbst Mutter eines behinderten Sohnes, den 20 Teilnehmern. Diese erhielten gleich zu Anfang die schwierige Aufgabe, sich vorzustellen – ohne zu sprechen. Von der Referentin erwarteten die Eltern konkrete Anregungen und neue Ideen, wie sie sich mit ihrem schwerkranken Kind, das keine Lautsprache hat, verständigen können. Praxisnah gestaltet, waren sich die Mütter und Väter am Ende des Workshops einig: „Der Tag war motivierend und inspirierend." Die Eltern sahen sich bestätigt, dass Sprache nur eine Form der Kommunikation ist. Nicolette Blok ermutigte sie, sich kreativ auf die Suche zu machen und ungewöhnliche Kommunikationswege wie beispielsweise Geräusche, Gestik oder Kopfnicken auszuprobieren.

In Ergänzung zu dem Tagesseminar konnten sich die Eltern darüber hinaus zusammen mit ihrem Kind zu einem 90-minütigen Einzeltermin bei der Referentin anmelden. Hier sollte in einem eigens kreierten, spielerischen Setting, so nah wie möglich am Alltag, ausprobiert werden, was weitere Vorgehensweisen sein könnten.

„Das Seminar ist von den Müttern und Vätern sehr gut angenommen worden", freute sich Beate Tichy, Koordinatorin der ambulanten Kinderhospizarbeit Löwenherz/Niedersachsen. Bislang habe sich der Workshop immer nur an ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter gerichtet. Diese hatten den Wunsch der Eltern aus den Familien an die beiden Koordinatorinnen Beate Tichy und Kirsten Höfer herangetragen. Die ambulante Kinderhospizarbeit Löwenherz/Niedersachsen begleitet derzeit 34 Familien. In den vergangenen sieben Jahren waren es insgesamt 77 Familien. Zusätzlich zu den bereits 70 Ehrenamtlichen werden derzeit weitere 14 geschult.

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