230 Gäste lassen sich herbstlich berauschen

Die 230 Besucher erlebten einen vielseitigen Abend in Ströhens Kirche und geizten nicht mit Applaus. <br>© Mediengruppe Kreiszeitung

Quelle: Kreiszeitung, 18.11.2014

Abwechslungsreiches Konzert in Ströhens Kirche strotzt vor Spaß und Esprit

Von Simone Brauns-Bömermann

STRÖHEN „Wo dey Chöre alle in´ne Karken singt, wo dey Pastor munter singt to Rock un Blues, dor is miene Heimoat, dor bün ick to Hus". Das ist die Essenz, wenn in Ströhen zum Herbstkonzert eingeladen wird und rund 230 Menschen der Einladung folgen.

Die Jagdhornbläser des Hegerings Ströhen, der Shantychor des Reit- und Fahrvereins, der Singekreis der Kirchengemeinde, Ludger Hartz am Klavier und der Chor „Zeitlos" entfalteten dabei eine Palette von herbstlichen, heimatlichen und fremdländischen Klängen. Erstmalig wirkte auch der Butzendorfer Spaßmannszug mit – ein besonderer Farbtupfer.

„Uns ist der Zusammenhalt wichtig. Wir leben zwar im Flachland, aber wer sagt, dass wir keine Lieder von Wind und Wellen singen dürfen?", stieg Reinhard Heider vom Shanty-Chor ein. Die Lieder, eingebunden natürlich Ströhen und das Weser-Aue-Lied nach der Melodie des Friesenliedes „Wo dee Nordseewellen trekken an den Strand", waren so schön wie der Norden und wurden gemeinsam mit der Gemeinde gesungen.

Pastor Dirk Brandt moderierte, rezitierte, bedankte sich bei Gemeinde und Zuhörern. Er hielt es in den Chorwechselpausen mit Heinz Erhardt: „Und noch´n Gedicht". Herbstliches von Hoffmann von Fallersleben, Wilhelm Busch und Heinrich Seidels (deutscher Schriftsteller und Ingenieur) Gedicht „November" gab der Geistliche zum Besten.

Spaß und Esprit zog in den Chorraum mit dem Spaßmannszug des Schützenvereins Butzendorf, der unumwunden zugab: „Wir spielen nach Punkten, Zahlen, Noten und Gehör." Heraus kam ein gelungener Mix zum Mitsingen und -klatschen aus „La Cucaraca", „Oh, when the saints" und „Bergvagabunden".

Organist und Pianist Ludger Hartz band Ernte-, Jäger- und Marschliedchen von Robert Schumann als Solist am Klavier ein, bevor er nahtlos zum Auftritt mit dem Vokalensemble „Zeitlos" wechselte. Überhaupt waren viele Sänger in Doppelfunktion vor Ort.

Chorleiterin Petra Thiesing-Jöres Finesse mündete sogar im schnellen Wechsel der Bekleidung. Mit türkisfarbenem Schal gehörte sie zum Singekreis, den Jungmädchen-Stimmen, lieblich, süß, sanft. Ihnen liegen die sanften Töne, den Damen aus Ströhen: „Guten Abend, gute Nacht" avancierte zu einem Hörgenuss.

Den Schal zur Seite und siehe da, die rote Blume am Pullover demonstrierte die passionierte Chorleitung von „Zeitlos" an Thiesing-Jöres. Gesteppt den Kirchenboden zu „Lord of the dance" und zum Ausgang die Gäste zur Kollekte begleitet. Die ging an das Kinderhospiz Löwenherz in Syke, das hatten die Chorleiter im Vorfeld verfügt.

Das „Dankeschön – Auf Wiedersehen" gehörte musikalisch dem Jagdhornbläserchor in und vor der Kirche. Der „Ströher Herbst" reihte sich mit seinen bunten Klängen nahtlos in den jahreszeitlichen Herbst, mit den Tönen für die Seele bekam der November eine ganz warme Note.