3000 Gäste und Lies feiern

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (2.v.l.) erkundigte sich zusammen mit der SPD-Kreistagsvorsitzenden Astrid Schlegel aus Weyhe (2.v.r.) bei Heiner Brock und Barbara Frerker über die Arbeit des Syker Hospizes. © Beumelburg

Quelle: Kreiszeitung, 22.09.2014

Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz in Syke veranstaltet Tag der offenen Tür

Syke - Von Jörg Beumelburg und Dieter Niederheide. Ein Jahr Jugendhospiz und elf Jahre Kinderhospiz waren für die Löwenherzen in Syke am Sonnabend Grund zur Freude. Mit mehr als 3000 Gästen feierten sie ihren Tag der offenen Tür. Für Barbara Frerker, Geschäftsführerin des Vereins Kinderhospiz Löwenherz, war es „eine wunderbare Gelegenheit, den Spendern und Unterstützern zu zeigen, wofür ihre Zuwendungen benötigt und verwendet werden".

Gegen 13 Uhr hießen Frerker und Fanny Lanfermann, Leitung ambulante Kinderhospizarbeit, unter den zahlreichen Gästen den Niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Olaf Lies, willkommen. Nach einer Führung mit Marion Reimers von der Hauspflege stellte Lies fest, dass die Atmosphäre bei Löwenherz ein guter Weg sei, um die erkrankten Kinder und ihre Familien adäquat zu begleiten. Er lobte die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter für ihren Einsatz ums Kinderhospiz. „Es ist nicht selbstverständlich, dass es Menschen gibt, die sich uneigennützig um das Wohl dieser Kinder sorgen", so der Minister.

Rund 80 ehren- und hauptamtliche Kräfte sind 24 Stunden lang in therapeutischen, pflegerischen und anderen Aufgaben für die Kinder und deren Angehörige da. Beim Tag der offenen Tür wurden sie von zahlreichen Freiwilligen unterstützt: Die Jugendfeuerwehr aus Dörrieloh war am Getränke- und Imbissstand im Einsatz, die Syker Ortsfeuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz sorgten für einen planmäßigen Ablauf.

Aber auch die finanzielle Unterstützung, auf die das Hospiz angewiesen ist, kam am Sonnabend nicht zu kurz: Die Gruppe „Kneten Goes Baltic" (KGB) aus Großenkneten fuhr mit Rallyefahrzeugen vor – im Gepäck eine Spende von 10000 Euro, die sie an Doris Lichtenstein vom Kinderhospiz überreichte. Das Geld war bei einem Spendenmarathon an der Ostsee zusammengekommen.

Zwölf weitere Organisatoren warteten mit einem Geldpräsent auf. Darunter der Triker-Stammtisch aus Bremen, der 1500 Euro übergab. Saskia Uzat, Celin Bonsillot, Melina Bödecker, Inessa Dohler und Marla Wenze von einer Firmungsgruppe aus Westerkappeln brachten einen 1125 Euro-Scheck mit.

Am Nachmittag reisten 200 Biker aus Oldenburg („Heldenkinder") und Scheeßel („Kaffee-Ranch-Biker) sowie aus Bremen („Spirit of Nature") an. Begleitet wurden die Kradfahrer von der Polizei und der Johanniter-Motorradstaffel. „Es ist eine willkommene Abwechslung und das für einen guten Zweck", berichtete Thomas Kerlin als Mit-organisator über die Motivation zu der Tour.

Auch Mitglieder der Radrenngemeinschaft Radtouristik aus Bremen und des TSV-Barrien traten in die Pedale: Sie absolvierten die mehr als 56 Kilometer lange „Tour de Löwenherz". Deren Organisator Rolf Mau gab in der Mittagszeit den Startschuss für mehr als 50 Rennradler.

Im Festzelt, in dem es am Freitagabend eine Feier für die Mitarbeiter gegeben hatte, sorgte die Band „Röschi Frieds" bei Kaffee und Kuchen mit Jazz-Musik für gute Stimmung. Ohne Zweifel waren Aktivitäten wie die „Dancing Dogs" aus Hannover oder der Mitmachzirkus für Kinder gefragt. Im Vordergrund stand jedoch der Wunsch nach Informationen über die Hospizarbeit.

Da eine Woche lang keine erkrankten Kinder oder Jugendliche in der Einrichtung waren, boten die Mitarbeiter am Sonnabend Rundgänge an. Dabei erklärte Barbara Frerker zum Jugendhospiz: „Wir sind aus dem Gröbsten heraus, es ist ein bisschen der Alltag eingekehrt." Im Kinder- und Jugendhospiz können jährlich, so Pressesprecher Heiner Brock, etwa 250 Familien mit ihren Kindern und Jugendlichen für bis zu vier Wochen zu Gast sein. Sie werden von professionellen Pflegekräften rund um die Uhr betreut. In Niedersachsen kooperiert der Verein mit rund 30 Hospizdiensten und schult Ehrenamtliche in der Kinderhospizarbeit.