Kinderhospiz Löwenherz in Syke warnt vor leichtsinnigen Hilfsaktionen

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Quelle: Kreiszeitung, 17.06.2014

Syke - Unterstützer rufen derzeit im Internet dazu auf, gegen eine Spende für das Kinderhospiz Löwenherz in Syke von einer Brücke zu springen oder ins Wasser zu gehen.

Diese privaten Aktionen werden gefilmt und dann ins Netz gestellt. Danach werden jeweils drei weitere Personen nominiert und aufgefordert, diesem Beispiel zu folgen. In einer Pressemitteilung warnt Löwenherz ausdrücklich vor leichtsinnigen und waghalsigen Aktionen.

„Wir freuen uns sehr über witzige, kreative Unterstützung. Aber Mutproben und riskante Aktivitäten lehnen wir strikt ab", erklärte Gaby Letzing, Vereinsvorsitzende und Leiterin des Kinder - und Jugendhospiz Löwenherz in der Mitteilung. „Wir erleben hier im Kinder- und Jugendhospiz, wie sensibel die Gesundheit und die körperliche Unversehrtheit ist. Es ist die Spende nicht wert, für solche Mutproben Risiken einzugehen. Dieser Preis ist viel zu hoch."

Zugleich betonte der Verein, keinen moralischen Druck auf Spender oder Unterstützer auszuüben, wie das bei der Nominierung im Internet der Fall ist. „Das ist ein weiterer Grund, weshalb wir diese Aktionen sehr kritisch sehen. Eine Spende für unsere Arbeit ist immer freiwillig", betonte Letzing.

Das Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz in Syke nimmt unheilbar erkrankte Kinder und Jugendliche sowie deren Familien für bis zu vier Wochen im Jahr auf. Die schwersterkrankten Gäste werden von professionellen Pflegekräften rund um die Uhr liebevoll versorgt, während sich Eltern und Geschwister erholen können. Jährlich kommen mehr als 250 Familien zu „Löwenherz". Daneben bietet der „Ambulante Kinderhospizdienst Löwenherz Bremen und Umzu" Familien mit erkrankten Kindern Begleitung und Unterstützung an. Die Arbeit wird zur Hälfte über Spenden finanziert.