Spender auf acht Hufen hält auch kein Dauerregen ab

Die Regenkluft ist ein Muss für die Westernreiter (v.r.) Daan und Frieda van Wingerden, die der Löwenherz-Leiterin Gaby Letzing nach 158 Kilometern im Sattel eine Spende von gut 9000 Euro überreichten. An der Spendensammlung war auch Sabine Knodel, Schatzmeisterin der Ersten Westernreiter Union (EWU), beteiligt. Auf der letzten Etappe von Bassum nach Syke wurde das Reiter-Duo von den EWU-Mitgliedern Katja Kaspers und Ulrike Lampe begleitet. © Husmann

Quelle: Kreiszeitung, 27.12.2014

Westernreiter übergeben nach 158 Kilometern im Sattel gut 9000 Euro an Löwenherz

Syke/Stavern - Von Frank Jaursch. Es ist schon eine außergewöhnliche Spende, die Gaby Letzing jetzt entgegennehmen konnte. Dabei ist die Leiterin des Kinder- und Jugendhospizes Löwenherz zweifellos einiges gewohnt. Frieda und Daan van Wingerden haben einen 158-Kilometer-Ritt durch Dauerregen, Sturm und Hagel auf sich genommen, um nach Syke zu kommen und ihre Spende zu übergeben.

In vier Tagesetappen legte das Ehepaar die Strecke auf ihren Quarterhorses Red Jac und Jacky zurück. Übernachten konnten die beiden bei Freunden.

Bereits zum vierten Mal hat das Pärchen den Weg nach Syke im Sattel zurückgelegt. „Alle zwei Jahre kommen wir her, um das Geld persönlich zu übergeben", erklärt Daan van Wingerden.

Dabei hatten die Reiter das eine oder andere Mal mit widrigen Bedingungen zu kämpfen – „2010 hatten wir minus 17 Grad", erinnert er sich schmunzelnd. Aber so hart wie diesmal war es noch nie. „Wir hatten alles – Sonne, Hagel, Sturm, Gewitter. Und Regen. Viel Regen."

Mehr als einmal wurden die Reiter auf ihrem Weg komplett durchnässt. Und mussten sich zudem mit anderen Unwägbarkeiten herumschlagen. So verlor Jacky unterwegs – zunächst unbemerkt – ein Hufeisen. Doch der liebe Gott ist ein Westernreiter-Freund: Ein paar hundert Meter weiter stand der Eisenwarenhandel eines Hufschmieds an der Landstraße.

Seit sechs Jahren unterstützen die beiden Reiter, die in Stavern (Landkreis Emsland) leben, die Syker Einrichtung. Mit dem ersten Staverner Weihnachtsmarkt begann 2008 auch das Engagement des Ehepaars. Dort verkaufen sie seitdem alljährlich Kaffee, Kuchen und warme Waffeln am eigenen Stand.

Der Erlös erreicht nicht zuletzt deshalb bemerkenswerte Höhen, weil das Engagement für Löwenherz mittlerweile auch bei der Bevölkerung der Ortschaft bekannt und anerkannt ist. „Die Leute stehen voll dahinter", berichtet Frieda van Wingerden. Beeindruckende 5000 Euro kamen so zusammen.

Dass der Betrag in diesem Jahr aber deutlich höher ausfiel als in den vergangenen Jahren, lag auch an der Ersten Westernreiter Union Deutschland (EWU). Der europaweit größte Westernreit-Verband hatte sich mit Benefiz-Aktionen auf fünf Veranstaltungen beteiligt.

EWU-Schatzmeisterin Sabine Knodel, die selbst mit großem Einsatz dabei war, berichtet von der Resonanz unter den Westernreitern: „Das ist ein Thema, das jeden berührt hat. Die Leute haben von Herzen gegeben." So spendete die Siegerin eines Jugendturniers spontan ihren Siegerpreis. Die EWU steuerte so noch weitere 4160 Euro bei.

Auf der letzten Etappe begleiteten mit Ulrike Lampe und Katja Kaspers zwei EWU-Mitglieder die beiden Spendenüberbringer – und kamen gleich in einen ordentlichen Schauer.

Gaby Letzing dankte den Spendern für ihr großes Engagement – und hatte noch augenzwinkernd einen guten Rat: „Wenn ihr im Sommer kommt, reiten bestimmt mehr mit." Ein Vorschlag, bei dem Daan van Wingerden abwinkte. „Im Sommer? Das kann jeder."