In vier Wochen beginnt das große Kribbeln

Die Baltic-Jungs stellen dem Bürgermeister Thorsten Schmidtke ihre Fahrzeuge vor. <br>Bild: Jörg Beumelburg-Nordbrock

Quelle: landkreis-kurier.de, 15.05.2014

Onlineredaktion: Jörg Beumelburg-Nordbrock

Ob in Grönland oder auf dem Eifelturm in Paris, das Maskottchen „Maximilian Löwenherz" ist immer mit dabei, wenn es um gute Taten zugunsten des Kinderhospizes in Syke geht. Erst im vergangenen Jahr begleitete der kleine flauschige Löwe eine Seereise bei insgesamt 4000 Seemeilen mit einer Elf-Meter-Yacht bis nach Grönland.

Großenkneten - Mit Schwimmweste und einer Pudelmütze ausgerüstet saß Maximilian schon auf der Kajüte vor dem Steuerrad der Yacht „Nis Randers" und gab dem Kapitän Janek Plathe aus Oldenburg viel Kraft auf seiner weiten Seereise. Aber auch auf dem Eifelturm hat er bereits gesessen. Im August des vergangenen Jahres radelten Thomas Spangenberg und Jens Günther für das Kinderhospiz innerhalb von sechs Tagen bis nach Paris.

Nun bricht Maximilian Löwenherz mit neun Freunden aus der Gemeinde Großenkneten zu einem neuen Abenteuer auf. Denn am 14. Juni geht es früh morgens mit vier Teams aus Großenkneten zunächst nach Hamburg, wo dann die vierte Auflage der Baltic Sea Circle Rallye starten wird. Es ist quasi ein Spendenmarathon auf vier Rädern.

Schon jetzt hat das Projekt viel Aufmerksamkeit erfahren, denn immerhin ist solch eine gewaltige Tour von rund 7500 Kilometern, die rund um die Ostsee führt, nicht alltäglich. Auch für die Teams ist es eine völlig neue Erfahrung. Sie starten sozusagen das erste Mal ins Ungewisse, zumal sie Fahrzeuge nutzen, die mindestens 20 Jahre alt sind und zig tausend Kilometer auf dem Buckel haben. Schon längst haben sie den Titel „Youngtimer" verdient.

Es geht um vier Fahrzeuge: Audi V8 3,6 Liter, Coupé 2,3 Liter E, 100 2,5 Tdi und 100 2,3 E, Baujahr Anfang 1980 und 1990.

Es ist ein abgefahrenes Vollgas-Erlebnis, bei dem sich die einzelnen Kneter Teams die Namen wie "Baltic Roadtrip", "das fliegende LaMa", "Herren der Ringe" und "Roadrunner" gegeben haben.

Wichtiger ist jedoch der Charity-Charakter der Tour. Alle Startgelder und Spenden der Rally fließen gemeinnützigen Trägern zu. So haben sich die neun Freunde darum verschrieben, einen Teil dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke sowie der Wildeshauser- und der Oldenburger Tafel zu spenden.

Immerhin verpflichtet sich jedes teilnehmende Team einen Geldbetrag zu sammeln wobei es nicht nur allein darauf ankommt, hartes Geld zu erhalten, sondern einen Geist von Verbindung und Gemeinschaft zu schaffen.

Sie können Aktionen ins Leben rufen, Spenden-Partys veranstalten oder sogar mit der Sammelbüchse durch die Büros von Firmen laufen und eine eigene Internetseite launchen, über die sie sich aufmerksam machen. So entsteht ein verbindender Spirit. Das Team bringt sich für Charity-Projekte ein und erhält Backup durch Freunde, Bekannte, Kollegen und Firmen, die das Abenteuer unterstützen und mittragen.
Die Startgelder in Höhe von 750 Euro pro Team wird aufgeteilt. Die Hälfte fließt in Projekte, die der Superlative Adventure Club ( S.A.C. ) sorgfältig ausgewählt hat und die in der Region, in der die Rally stattfindet, verankert sind. Die andere Hälfte fließt in Projekte, die das jeweilige Team frei bestimmt.

Ausgestattet mit Karte und Kompass geht es am 14. Juni über Landstraßen Feld- und Schleichwege 7500 Kilometer durch zehn Länder. Es ist ein verrücktes Abenteuer was die Teilnehmer erwartet. Holprige Straßen, einsame Schären, raue Klippen und tiefe Fjorde.
„Das ist schon verrückt", gesteht Jens Klostermann. Als er vor einem Jahr das Projekt seinen Kumpels vorstellte, brauchte er nicht viel Überzeugungsarbeit zu leisten um an dieser Rallye teilzunehmen. Im Gegenteil, die Mitfahrer waren sofort Feuer und Flamme.

Das Team mit Christian Hess, Jens Klostermann, Lars Küther, Malte Alves, Claus Coorssen, Karsten Oltmann, Torsten Rowold, Heiner Meyer, Olaf Spiller und André Zierke, alle aus der Gemeinde Großenkneten, ist inzwischen ein eingeschworenes Team, das sich selbst den Namen „Kneten goes Baltic", kurz: KGB gegeben hat. Seit Anfang Januar treffen sie regelmäßig, um sich auf die Fahrt vorzubereiten.

Immerhin sind elektronische Fahrtrouter wie Navi oder GPS genauso wenig erlaubt wie das Fahren auf der Autobahn. „Es ist eben keine gemütliche Spazierfahrt wie bei einer Oldtimer-Rallye, denn bei 7500 Kilometer ist die Tour um die Ostsee schon eine ganz andere Nummer", kommentierte Lars Küther. Er selbst bezeichnet sich als Autofreak, der nach Möglichkeit seinen Audi Coupé anschließend behalten möchte.

Immerhin bedeutet solch ein Unternehmen auch eine genaue Vorbereitung. Damit die Fahrzeuge die Fahrstrecke möglichst überstehen, schließlich hat jeder einzelne Youngtimer schon weit über 200.000 Kilometer auf dem Tacho stehen, wurden sie erst kürzlich durchgecheckt und auf die Fahrtauglichkeit überprüft. Große Mängel wurden zwar nicht gefunden, dennoch haben sich die neun Jungs auch auf Pannen vorbereitet. Das Fahrzeug des Teams Herren der Ringe eines Audi 100 2,5 Tdi war sogar schon als Rallye-Begleitfahrzeug eingesetzt.

Die lange Route führt sie durch Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Lettland, Estland, Russland, Finnland, Polen und Litauen und das nach dem Kodex: kein GPS, kein Navigationsgerät und keine Autobahnbenutzung.

Gutes Kartenmaterial ist also Pflicht. Und damit hat sich das KGB Team intensiv beschäftigt. Besonders freuen sie sich auf das Nordkap.

Begeistert von dem Unternehmen zeigte sich auch der Bürgermeister von Großenkneten Thorsten Schmidtke. Er hatte die neun Freunde am vergangenen Wochenende zu sich ins Rathaus eingeladen um mehr über die Tour und den Vorbereitungen zu erfahren.
„Das was die Jungs hier durchführen ist nicht nur ein wahres Abenteuer, es bedeutet viel mehr als nur das. Vor allem die Tatsache des caritativen Gedankens und die enorme Präsens unserer Gemeinde in den vielen Ländern ist schon beeindruckend", so Thorsten Schmidtke.
Und dafür schaufeln sich die Teammitglieder sogar noch 14 Tage frei. Denn solange wird die Fahrt dauern, bis sie dann wieder in Hamburg eintreffen. „Ich wünsche mir, dass die Fahrer alle samt wohlbehalten zurückkehren und wir ihnen einen würdigen Empfang bereiten können", führte Schmidtke weiter aus.

Sponsoren sind aufgerufen, sich mit einer Spende zu beteiligen.

Kontakt:
Kneten goes Baltic-Crew
c/o Malte Alves
www.kgb2014.de
Tel.: 0176-70172292
Email: info@kgb2014.de
www.facebook.de/knetengoesbaltic