Funke atmet nach Ende der Affäre auf

Karl-Heinz Funke - Bild: Archiv

Quelle: Nordwest-Zeitung, 23.04.2014

Der Bundesgerichtshof hatte den ersten Freispruch des Landgerichts

von Jürgen Westerhoff

8000 Euro für seine Silberhochzeit hatten ein langes Nachspiel für Ex-Minister Karl-Heinz Funke. Nun soll er 2000 Euro an das Kinderhospiz Löwenherz zahlen. Damit ist das Verfahren eingestellt.

OLDENBURG/VAREL Aus der Erleichterung macht Karl-Heinz Funke (67) keinen Hehl. Dass die Affäre um die schlagzeilenträchtige Silberhochzeit vor fast sieben Jahren jetzt endlich mit einer Zahlung von 2000 Euro an das Syker Kinderhospiz „Löwenherz" beendet werden kann, ist für den ehemaligen Landes- und Bundeslandwirtschaftsminister aus Dangast eine gute Nachricht. „Auch für die Familie und die Freunde, die immer zu mir gehalten haben", sagt Funke im Gespräch mit dieser Zeitung und fügt hinzu, dass der Einstellungsbeschluss vom Dienstag auch ein Zeichen dafür sei, „dass der Wirbel, der darum gemacht worden ist, überzogen war".

Der Wirbel war 2009 entstanden, nachdem bekannt geworden war, dass der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) zwei Jahre zuvor für den damaligen Verbandsvorsteher Funke einen Teil der Kosten für die Silberhochzeitsfeier übernommen hatte. Die Zahlung von 8000 Euro an die Dangaster Wirtin war verbandsintern verschleiert und verschiedenen Baustellen zugeordnet worden.

Im späteren Prozess hatte Funke deutlich machen können, dass die Zahlung zunächst ohne sein Wissen erfolgt war. Später hatte er sich für etwa eine Woche an der Verschleierung beteiligt und die Verbandsvertreter mit falschen Angaben getäuscht. Nachdem die Angelegenheit öffentlich geworden war, gestand Funke den Fehler ein und überwies das Geld zurück. Während das Landgericht ihn in dieser Sache freisprach, hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf und verwies den Fall an das Landgericht zurück, das jetzt von der Möglichkeit der Einstellung gegen eine Geldauflage Gebrauch machte.

Bestehen bleiben die anderen Teile des ersten Urteils des Landgerichts Oldenburg. Funke war zu sechs Monaten Bewährungshaft und 10 000 Euro Geldstrafe verurteilt worden, weil er nach Überzeugung des Gerichts das Jahresgehalt von OOWV-Geschäftsführer Blohm eigenmächtig von 117 000 Euro netto auf 270 000 Euro brutto erhöht hatte. Blohm war wegen der Gehaltserhöhung und der Silberhochzeitssache zu elf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 20 000 Euro Geldstrafe verurteilt worden.