Knipp, Hochzeitssuppe und Folklore

Jung und Alt hatten Spaß an den zahlreichen Angeboten des Museumsfestes

Quelle: Rotenburger Rundschau, 02.05.2014

Scheeßeler Museumsfest bot auch in diesem Jahr viele Attraktionen

Scheeßel. (age). Alte Handwerkstechniken, Knipp, Scheeßeler Hochzeitssuppe und Folklore gehörten zur gelungenen Mischung beim traditionellen Museumsfest in Scheeßel.

Auf dem Meyerhof wurden den Besuchern altes Handwerk, Musik, norddeutsche Spezialitäten, Trachtentänze,

Lieder sowie eine Kunstausstellung geboten. Auf dem Heimathausgelände konnten Kinder ihren eigenen Butterkuchen ausrollen und im Steinofen backen oder alte Spiele ausprobieren. Angeboten wurden Sackhüpfen, Schubkarrenslalom, Reifen treiben, Seilspringen und Balancieren eines Stabes.

Viel Spaß hatten die Lütten auch bei der Scheeßeler Feuerwehr. Dort konnten sie sich mit einer Feuerwehrspritze im Zielschießen üben. Ebenfalls zeigte auf dem Heimathausgelände der Reetdachdecker seine alte Handwerkskunst.

Eröffnet wurde das Museumsfest durch die Jagdhornbläser des Hegering Scheeßel, Verssammlung, dem Scheeßeler Männerchor und dem Posaunenchor. Auf dem Meyerhofgelände konnten sich die Besucher neben kulinarischen Genüssen an fast vergessenen Handwerken erfreuen. Reepschläger, Schuster, Schmied, Weber, Spinner, Klöppler und auch Schnapsbrenner zeigten ihr Können. In der Blaudruckerei wurden mit Model und Indigo schöne Muster auf die Stoffe gezaubert. Dem Schustermeister Fritz Dehrmann aus Hittfeld konnten die Gäste in der historischen Schusterstube über die Schulter schauen. In die Schmiede wurden die Gäste durch die Schläge des Schmiedehammers und das offene Feuer gelockt. Davor konnte man mit Walter Becker Figuren aus Zinn gießen. 13 verschiedene Vorlagen hatte Becker mitgebracht. Im Kunstgewerbehaus stellte Maler Zeljko Uremovic aus Tschechien surrealistische Gemälde aus.

Ein Renner war in diesem Jahr erneut der Nistkastenbau mit dem Hegering Scheeßel. Entstanden sind rund 70 Vogelhäuser, die die Kinder mit nach Hause nehmen durften. Die Eltern konnte währenddessen das Mähen mit einer Sense bei den Mitgliedern der Original Scheeßeler Trachtengruppe erlernen. Ebenfalls viel Spaß hatten die kleinen Gäste beim basteln von Schmetterlingen. Angeboten wurde diese Aktion vom Kinderhospiz Löwenherz.

Auch den Freunden der Folklore wurde ein abwechslungsreiches Programm angeboten. Die Tanz- und Trachtengruppe De Beekscheepers führte die Scheeßeler Bunte sowie andere Volkstänze auf. Musikalisch wurden die Tänzer von den Heidjer Dörpsmuskanten begleitet. Plattdeutsche Lieder sangen die Beek-Uln. Ein besonderer Kunstgenuss war der Auftritt des Chors Hlahol aus der südböhmischen Stadt Tábor. Moderne geistige und weltliche Lieder gehörten zum Repertoire der Gruppe. Der Kontakt zu der tschechischen Gruppe kam über die offene Singgemeinschaft Rotenburg zustande. „2012 gaben wir ein Konzert in Dresden", erinnerte sich Chorleiter Rene Clair und fügte hinzu: „Bei einem Bummel über den Weihnachtsmarkt wurden zwei Chormitglieder von zwei Tschechen angesprochen. Sie hatten sich etwas verlaufen und fragten nach dem Weg." Im Laufe des Gespräches stellte man schnell fest, dass man das gleiche Hobby – den Gesang – hat. Adressen und Telefonnummern wurden ausgetauscht. Im Oktober 2013 gaben die Rotenburger ein Konzert in Tábor. Jetzt folgte ein Gegenbesuch.

Durch das Programm führte Jörn Klee. Eine Ausstellung historischer Trecker und landwirtschaftlicher Geräte rundeten das Museumsfest ab. © Rotenburger Rundschau GmbH & Co. KG