Keine Warteliste mehr bei „Löwenherz“

Gaby Letzing (links) stellte Sozialministerin Cornelia Rundt bei einem Rundgang durch das Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz die Arbeit vor. Foto: Heiner Brock/ Kinderhospiz Löwenherz e.V.

Pressemitteilung - Syke, 15.01.2015

Sozialministerin Rundt lobt nach Informationsbesuch Arbeit und Angebot des Kinder- und Jugendhospizes in Syke

Syke - Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt hat nach einem Informationsbesuch die Arbeit des Kinder- und Jugendhospiz „Löwenherz" gelobt. „Es ist ein unglaublich gutes Angebot, das Sie hier für die erkrankten Kinder und ihre Familien geschaffen haben. Es ist Ihnen gelungen, eine gute Mischung aus Haupt- und Ehrenamt zusammenzubringen", sagte sie nach einem Rundgang. Vor allem die Wohlfühl-Atmosphäre, die Farben und Bilder beeindruckten die Ministerin. „Man merkt, hier wird auch auf Kleinigkeiten viel Wert gelegt."

Gaby Letzing, Leiterin des Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz, erläuterte der Ministerin die besondere Arbeitsweise und beantwortete ihre Fragen. In den vergangenen elf Jahren begleitete das Team insgesamt 444 unheilbar erkrankte Kinder, Jugendliche und deren Familien. Davon seien 178 Kinder bisher bestorben.

Im Moment gebe es bei Löwenherz keine Warteliste mehr, so Letzing: „Bis zur Eröffnung unseres Jugendhospizes hatten wir oft bis zu 50 Familien auf der Warteliste. Anfragen für Sterbebegleitungen haben bei uns immer Vorrang gehabt. Inzwischen können wir die Anfragen von Eltern nach einem Entlastungsaufenthalt zeitnah erfüllen."

Letzing betonte, dass die Finanzierung der Kinderhospizarbeit eine große Herausforderung sei. „Die Krankenkassen übernehmen lediglich 50 Prozent unserer gesamten Betriebskosten. Die andere Hälfte müssen wir selbst finanzieren. Dafür brauchen wir jedes Jahr zwei Millionen Euro Spendengelder."

Die Forderung, dass sich das Land im Rahmen einer Projektförderung an den Kosten für die Familienbegleitung beteiligen sollte, wies die Ministerin ab. „Das ist zu hundert Prozent Aufgabe der Krankenkassen. Wir steigen nicht ein, um das auszugleichen, was die Krankenkassen nicht zahlen. Das Land kann und will die Krankenkassen nicht entlasten." Es sei eine Frage des Standards, was die Krankenkassen finanzieren, so Ministerin Rundt: „Die Krankenkassen setzen dann die Standards bewusst niedrig an. Das ist auch in anderen Fällen so."

Fanny Lanfermann, Leiterin der ambulanten Kinderhospizarbeit, informierte die Besucherin darüber, dass Löwenherz in Niedersachsen in einem Kooperationsprojekt mit 25 Erwachsenen-Hospizdiensten zusammenarbeite und Ehrenamtliche in Kinderhospizarbeit schult. In Braunschweig baue Löwenherz einen Kinderhospiz-Stützpunkt auf, in dem man mit Ehrenamtlichen aus sechs kooperierenden Vereinen zusammenarbeite. Zugleich errichte Löwenherz dort einen eigenen ambulanten Kinderhospizdienst.

Im Kinderhospiz Löwenherz waren im vergangenen Jahr 109 Kinder und ihre Familien zu Gast, im Jugendhospiz wurden im ersten Betriebsjahr 75 Jugendliche und junge Erwachsene begleitet. Die unheilbar erkrankten Kindern und Jugendlichen können für bis zu vier Wochen im Jahr zu Gast sein. Beide Häuser haben jeweils acht Pflegezimmer sowie Zimmer für Eltern und Geschwister. Die schwerstkranken Gäste werden von professionellen Pflegekräften rund um die Uhr liebevoll versorgt, während sich ihre Familien erholen können. Das Kinder- und Jugendhospiz ist das erste in Niedersachsen und Bremen.

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