Delmenhorster Kampfsportler sammeln für Kinderhospiz

Mitten in die Magengrube: Zu fetziger Metal-Musik zeigte eine Gruppe der Zanshin-Sportschule Kickbox-Karate. Nach 2010 waren die Kampfsportler zum zweiten Mal im Kleinen Haus zu Gast und stellten in Schaukämpfen ihre Kunst vor. Foto: Andreas Nistler

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung, 11.10.2015

SPORTSCHULE ZANSHIN

Delmenhorst. Mit Hand, mit Fuß – und mit Stock: Die Sportschule Zanshin hat am Samstag im Kleinen Haus einen Einblick in die Kampfkünste geboten. Doch eines stieß sauer auf.
Am Samstagabend waren die Kampfsportler der Delmenhorster Sportschule Zanshin im Kleinen Haus zu Gast. Vor rund 200 Zuschauern führten sie die Geschichte des Mädchens Sophie auf, die durch den Kampfsport einen Weg zur Selbstbehauptung findet – und sich in einen Mitschüler verguckt. Die Einnahmen aus der Gala, eine Summe von 1250 Euro, spendete die Sportschule dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke. Dort war 2014 ein erst 17-jähriger Kampfsportschüler verstorben.

Was die Kampfsport-Schüler auf die Bühne brachten, war schon aller Ehren wert: Kämpfer der Kindergruppe sprangen über die Rücken der anderen und rollten sich gekonnt ab, verdrehten einander die Hände und das Gegenüber zu Boden, die Schlagstockkämpfer (Bojutsu) zeigten intensive Schaukämpfe, nutzen die Waffe, um den Gegner zu würgen, seine Arme einzuklemmen, seine Beine wegzuziehen oder ihm gezielt einen Schlag auf den Solarplexus zu versetzen – stets spielerisch natürlich. Der Zuschauer erhielt Einblickin verschiedenste Kampfkünste der Schule, immer begleitet durch Erläuterungen eines Moderatoren-Duos.
Kampfkunstdemonstration wird zur Werbeveranstaltung

Und das war in gewisser Weise das Problem, was einem unterhaltsamen Abend im Wege stand. Denn die Ansprachen waren in erster Linie darauf ausgelegt, Eigenwerbung für die Sportschule zu betreiben. So wurde beispielsweise immer wieder auf Probetrainings für Kinder oder Erwachsene oder auf vermeintliche Vorteile des Kampfsports (Körperbeherrschung, Disziplin, Sozialkompetenz) hingewiesen. Selbst die Hauptfigur, Sophie, war mit ihrer Geschichte bestenfalls eine Randfigur in all den Einzeldemonstrationen.

Den Kampfsportlern sei zugestanden, dass sie keine Show-Experten sind. Doch das Konzept, Eintritt zu verlangen (Erwachsene zahlten an der Abendkasse immerhin 18 Euro) und in diesem Maße die Werbetrommel für die eigene Sache zu rühren, sollte überdacht werden. Daran ändert auch – man muss es so sagen – ein guter Zweck leider nichts. – Sportschule Zanshin: Delmenhorster Kampfsportler sammeln für Kinderhospiz