Leidenschaft für Lego hilft todkranken Kindern

Marit Menninga ist fasziniert von Lego und denkt dabei an die todkranken Kinder im Hospiz Köwenherz. <br>Foto: Alexander Schnackenburg

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung, 28.11.2015

LEGO FÜR HOSPIZ „LÖWENHERZ“

Bookholzberg/Wüsting. Marit Menninga plant den Nachbau des Kinderhospizes „Löwenherz“ mit Lego-Steinen. Sie will die Aktion mit einer Spende verbinden und sucht Sponsoren.

Den meisten Gästen ihrer Ausstellungen gehe es gut, ihr auch, versichert Marit Menninga. Einige Kinder aber hätten weniger Glück, seien todkrank. An diese habe sie oft denken müssen, als sie in den vergangenen Jahren im Berufsförderungswerk Bookholzberg ihre „Steinstark“-Ausstellungen mit „Lego Technic“ initiiert habe. Den Erlös der letzten Ausstellung im Oktober dieses Jahres habe sie daher dem Kinderhospiz „Löwenherz“ bei Syke gespendet: 2000 Euro.

Sponsoren gesucht
Jetzt plant Menninga die nächste Spendenaktion: Sie möchte das Hospiz im Maßstab 1 zu 100 in Legosteinen nachbauen, auf einer Fläche von ein bis zwei Quadratmetern. Die notwendigen Lego-Steine und -Fliesen hierzu möchte die 59-jährige bei Unternehmen wie Privatpersonen zu voraussichtlich fünf Euro pro Fliese einwerben, um auf diese Weise nicht nur das Modell finanzieren, sondern am Ende dem Hospiz neuerlich eine vierstellige Summe spenden zu können. Die Namen derer, die mitziehen, möchte sie zum Dank auf den kleinen Steinen und Fliesen des Hospiz-Modells verewigen.

Tausende Bauteile
Mehrere tausend Lego-Bauteile werde sie letztlich brauchen, um das Modell zu bauen. Gleichwohl sei sie sich sicher, dass es ihr gelingen werde, entsprechend viele Spender zu gewinnen. Menninga, von Beruf Ausbilderin und Fachbereichsleiterin am Berufsförderungswerk Bookholzberg, hat nicht zuletzt durch ihre „Steinwerk“-Ausstellungen in den letzten Jahren gelernt, andere für ihre Projekte zu begeistern. Hätten im Jahr 2012 zunächst zehn Aussteller die Schau gestaltet, so seien es dieses Jahr bereits 40 gewesen. Etwa 1500 Besucher hätten die Ausstellung besucht.

Von Motorrad auf den Stein gekommen
Ohnehin entfaltet die Wüstingerin bei ihren Freizeitaktivitäten ein respekteinflößendes Tempo. Erst vor fünf Jahren, berichtet sie, habe sie sich den ersten „Lego Technic“-Bausatz zugelegt: weil sie ein anderes Hobby, das Trial-Fahren mit dem Motorrad, habe aufgeben müssen. Die Lego-Steine „beerbten“ das Motorrad nahtlos. Das Bauen von kleinen Gebäuden, Gestalten öffentlicher Plätze und schöner Figuren habe sie so sehr gepackt, dass sie sich in kurzer Zeit, meist über Ebay und über Kleinanzeigen, ein großes Lego-Sortiment zugelegt habe. Über die Ausstellungen habe sie rasch andere Lego-Liebhaber kennengelernt. Jetzt wachse man gemeinsam weiter. Das gemeinsam errichtete Kinderhospiz-Modell wäre so gesehen „nur“ ein besonders schöner Zwischenschritt.