Ein Schiff aus 16.000 Steinen wird getauft

Viel bewegt sich, viel überrascht: Viele Exponate in der Mehrzweckhalle des BFW zogen die Blicke wie magisch an.

Quelle:  Nordwest-Zeitung, 12.10.2015

Ausstellung versetzt Hunderte ins Staunen – Schiff aus 16 000 Steinen getauft

Karsten Kolloge

„ Steinstark" heißt die Ausstellung – und das ist sie auch: Rund 40 Aussteller zeigten Staunenswertes von kreisende Karussells bis Star-Wars-Figuren.

BOOKHOLZBERG Das gibt's in Bookholzberg auch nicht alle Tage. Hoch auf dem Geestrücken – genauer: In der Mehrzweckhalle des Berufsförderungswerkes (BFW) Weser-Ems – wurde am Sonntagvormittag von der fünfjährigen Nori ein Schiff getauft. „Horn" heißt der Stückgutfrachter. Seetüchtig sei das Wasserfahrzeug allerdings nicht, räumte Erbauer Andreas Carstens ein. Denn die Horn besteht aus rund 16 000 Legosteinen. Am Wochenende war sie einer der (zahllosen) Hingucker bei der 3. Lego-Ausstellung „Steinstark". Viele hundert Menschen kamen.

Die dritte Auflage der Schau, so sagte Organisatorin Marit Menninga, habe die beiden Vorgänger klar in den Schatten gestellt. Knapp 40 Aussteller (darunter auch Kinder) machten mit und zeigten imposante Bauwerke, sich drehende Karussells oder Star-Wars-Figuren auf 500 Quadratmetern (2012 und 2014 waren es 250 Quadratmeter).

Sieben passionierte Lego-Bauer hatten sich gemeinsam ans Werk gemacht und eine komplette Stadt erstellt. Ein Teil davon, so erläuterte Menninga, solle auch das zukünftige Bookholzberg darstellen. Dessen „Freibad der Zukunft" sorgte allerdings bei ganz jungen Gästen für Irritationen – zumal darin auch Haie schwammen. Menninga versuchte, jede Angst zu nehmen: „Die Haie sind zahm. Die haben wir trainiert."

Mit drei Metern Länge und 46 Zentimetern Breite hatte Andreas Carstens das größte Exponat mitgebracht – eben die „Horn". Dabei handele es sich um einen Nachbau der „Katharina Dorothea Fritzen", die im Zweiten Weltkrieg in der Elbmündung von britischen Fliegern versenkt worden sei. Zweieinhalb Jahre hatte der Hamburger an dem Dampfschiff gebaut.

Der 41-Jährige hatte bereits „mit drei, vier Jahren" die ersten Legosteine zusammengesetzt. Nach einer Unterbrechung („in der Szene wird das Dark Ages, also dunkles Alter, genannt") sei er als Erwachsener in einem Legostore erneut infiziert worden. Die Faszination sei jetzt allerdings eine andere: „In der Kindheit spielt man mit Lego, später reizt der Modellbau."

Am Sonnabendabend, so berichtete Menninga, seien von Ausstellern gestiftete Legosteine versteigert worden. Der Erlös daraus, 279 Euro, komme (wie auch der Erlös der Ausstellung) dem Kinderhospiz Löwenherz zugute.

Übrigens: Für die Taufe der Horn hatte sich insbesondere Berufsförderungswerk-Geschäftsführer Jörg Barlsen eingesetzt. „Die Titanic wurde nicht getauft", merkte er bei der Feierstunde an. „Und sie hat die Jungfernfahrt nicht überstanden."