Diagnose Hirntumor mit 16 Jahren

Quelle: radiobremen.de, 05.01.2015

buten-un-binnen-Extra

Nico ist 16, als er erfährt, dass er einen Gehirntumor hat. Eigentlich wollte er für ein Jahr in die USA. Alles war schon geregelt. Aber daraus wurde nichts. Nico baute zu schnell körperlich ab. Seine Mutter zieht mit ihm ins Jugendhospiz in Syke. Dort setzt er sich intensiv mit dem Sterben auseinander und hofft auf ein Wunder.

Es ist kurz vor den Sommerferien, als Nico die Diagnose erfährt. Er hatte schon eine Weile Kopfschmerzen. Am letzten Tag vor den Ferien geht er zum Arzt. Es stellt sich heraus: Ein Tumor ist mit seinem Stammhirn verwachsen. Der Tumor ist inoperabel. Er beeinträchtigt alle lebenswichtigen Funktionen. Die Reise in die USA muss der 16-Jährige absagen.

Nico hatte schon ein Videotagebuch angelegt. Darin wollte er die Zeit im Ausland dokumentieren. Jetzt muss er sich damit auseinandersetzen, wie es ist zu sterben. "Darunter leide ich emotional", sagt er. Angst vor dem Tod habe er nicht, aber er würde gern all die normalen Dinge machen wie andere in seinem Alter auch, zum Beispiel den Schulabschluss.

Jeden Moment noch intensiv erleben

Einen Job, eine Beziehung, eine Familie – das wird Nico nicht mehr erleben. Er kann sich nur noch im Rollstuhl bewegen. Er ist halbseitig gelähmt. Sein Sprachzentrum ist beeinträchtigt. Nico ist vollgepumpt mit Medikamenten, auch gegen seine Schmerzen.

Mit seiner Mutter wohnt er im Jugendhospiz Löwenherz in Syke. Es ist ein Ort, der das Schreckliche leichter machen soll. Nicos Mutter hat aufgehört zu arbeiten. Sie will jeden Moment mit ihrem Sohn noch intensiv erleben. "Nico ist hier in guten Händen, wird gut versorgt", sagt sie. Und sie brauche sich um nichts zu kümmern.

Der Traum wird wahr, das Wunder nicht

So gut es geht, soll Nico noch das erleben können, was er sich wünscht. In die USA ist er trotz Krankheit noch gereist. Es war sein Traum. Der hat sich erfüllt. "Es ist Schicksal", sagt Nico über den Tumor. Aufgeben will er nicht. Im Gegenteil. Er wolle einer der wenigen sein, die es schaffen, sagt er. "Auch wenn es nicht der Regelfall ist, aber Wunder geschehen."

Das erhoffte Wunder ist nicht eingetreten. Nico ist wenige Wochen nach unserem Besuch im Hospiz gestorben.

Link: buten-un-binnen-Extra