Ehrenamt bringt doppelt Freude

Zwei, die viel Spaß haben: Katja Hollwedel fährt regelmäßig zu Kilian. Er leidet an einer seltenen Chromosomen-Anomalie. Wer sich ebenfalls als ambulanter Kinderhospizbegleiter engagieren möchte, kann sich am 13. März von 17 bis 20.30 Uhr umfassend informieren.

Quelle: Weser-Kurier, 08.03.2015

Ambulante Kinderhospizbegleiter: Informationsabend von „Löwenherz" am 13. März in Bremen

Mittwochs ist Katja Hollwedel ganz für Kilian da. Als ehrenamtliche Begleiterin im ambulanten „Kinderhospizdienst Löwenherz Bremen und umzu" besucht sie den Zwölfjährigen, der an einer seltenen Chromosomen-Anomalie leidet, einmal in der Woche zu Hause, um mit ihm zu spielen. Wenn sie zur Tür herein kommt, geht ein Strahlen über Kilians Gesicht. „Ich sehe, dass er sich freut", sagt sie, „und dann ist alles gut."

Für Freitag, 13. März, lädt „Löwenherz" alle Interessierten, die sich wie Katja Hollwedel als Kinderhospizbegleiter engagieren wollen, in der Zeit von 17 bis 20.30 Uhr zu einem Informationsabend in das Büro in der Elsasser Straße 61-63 in Bremen ein.

„Katja ist ein Sechser im Lotto"

Die Arbeit der Kinderhospizhelfer ist vielfältig. Sie gehen für einige Stunden in der Woche in die Familien, beschäftigen sich mit dem erkrankten Kind oder mit den Geschwistern und entlasten so die Eltern. Auch für deren Sorgen und Nöte haben sie ein offenes Ohr. „Katja ist für Kilian ein Sechser im Lotto", sagt seine Mutter Natalie. „Sie ist nur für ihn da, und er muss sie mit niemandem teilen." Sie selbst hat in den drei Stunden endlich einmal Zeit für sich und für ihre ältere Tochter. Denn Kilian, der nicht spricht und sich außerhalb des Hauses nur im Rollstuhl fortbewegt, fordert sonst rund um die Uhr ihre ganze Aufmerksamkeit.

Seit eineinhalb Jahren begleitet Katja Hollwedel die Familie, und das neben ihrem Beruf. „Meine Kinder sind inzwischen erwachsen, aber als sie im Kindesalter waren, waren sie sehr krank. Wir haben viel Hilfe bekommen, und ich habe damals gesagt, wenn ich jemals Zeit habe, dann mache ich das wieder gut." Aus der Zeitung erfuhr sie von dem Infoabend für Kinderhospizbegleiter, ging hin und absolvierte danach eine Schulung. Darin geht es zum Beispiel um verschiedene Krankheitsbilder und um den Umgang mit Sterben und Tod. „Es ist ein Tabuthema in der Gesellschaft, aber wenn man sich dafür entschieden hat, ist das toll und man wird sehr gut auf die Aufgabe vorbereitet", berichtet die ehrenamtliche „Löwenherz"-Mitarbeiterin.

„Ich habe viel Spaß mit Kilian", erzählt Katja Hollwedel. Sie hören zusammen Musik, fahren Autorennen am Computer oder liegen im Sommer draußen im Garten auf einer Decke und pusten Seifenblasen. Dabei verstehen sich die beiden auch ganz ohne Worte. „Seit ich Kilian begleite, stört mich nicht mehr jede Fliege an der Wand. Es sind andere Dinge wichtiger geworden", sagt Katja Hollwedel.

Ein neuer Schulungskursus für ambulante Kinderhospizbegleiter beginnt nach den Sommerferien in Bremen. Wer sich für das Ehrenamt interessiert, kann sich bei dem Infotreffen am 13. März umfassend informieren. Für eine bessere Planung der Veranstaltung sind Anmeldungen per Mail an ambulant@loewenherz.de oder telefonisch unter 04 21 / 8 41 31 55 erwünscht.

Der „Ambulante Kinderhospizdienst Löwenherz Bremen und Umzu" begleitet aktuell 37 Familien mit einem unheilbar erkrankten Kind. Mehr als 50 geschulte Ehrenamtliche engagieren sich derzeit für den Dienst. Im stationären Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz in Syke können jährlich etwa 250 Familien mit unheilbar erkrankten Kindern für bis zu vier Wochen im Jahr zu Gast sein. Es ist das einzige Kinderhospiz seiner Art in Niedersachsen und Bremen und wird rund zur Hälfte durch Spenden finanziert. Weitere Informationen über das Kinderhospiz sind im Internet zu finden unter www.kinderhospiz-loewenherz.de .