Neue Hospizbegleiter für Löwenherz

Die neuen Kinderhospizbegleiter halten stolz ihre Zertifikate in den Händen.

Quelle: Weser-Kurier, 07.06.2015

Unterstützung für Familien mit unheilbar krankem Kind / Nächster Schulungskurs nach den Sommerferien

„Löwenherz" freut sich über neue ambulante Kinderhospizbegleiter. Elf Ehrenamtliche haben den Befähigungskursus erfolgreich absolviert und ihr Zertifikat während einer Feier in den Räumen des „Ambulanten Kinderhospizdiensts Löwenherz Bremen und umzu" entgegengenommen.

Sie unterstützen künftig Familien mit einem unheilbar erkrankten Kind zu Hause. Die Nachfrage von betroffenen Eltern ist zuletzt stetig gestiegen. Mithilfe der frisch gebackenen Kinderhospizbegleiter – acht Frauen und drei Männer – können die „Löwenherz"-Koordinatorinnen noch besser auf die speziellen Wünsche der Familien eingehen.

Während der Schulung wurden die Ehrenamtlichen intensiv auf ihren Einsatz vorbereitet. An vier Schulungswochenenden und zwölf Seminarabenden haben sie während der vergangenen Monate beispielsweise erfahren, wie Menschen in bestimmten Krisensituationen reagieren, lernten die Auswirkungen unterschiedlicher Krankheitsbilder von Kindern kennen und erhielten wichtige Informationen über den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Auch Erstgespräche mit den Eltern, rechtliche Grundlagen und die Gestaltung der Kommunikation waren ein Teil der Schulungsthemen.

„Mich hat vor allem die Fürsorglichkeit und Warmherzigkeit, die den Kindern, Eltern und uns Ehrenamtlichen entgegengebracht wird, beeindruckt und berührt", sagt Teilnehmer Ullrich Altmann. Der 65-jährige Versicherungsmakler aus Bremen freut sich, wie die gesamte Gruppe, jetzt auf seine zukünftigen Einsätze. Mitte Juni gibt es ein erstes Gespräch mit „seiner" zukünftigen Familie, in der der Vater zweier Kinder einen neunjährigen Jungen begleiten wird. Dabei sind die Aufgaben der Kinderhospizbegleiter vielfältig: Sie betreuen die schwerstkranken Kinder zu Hause, lesen ihnen beispielsweise vor oder hören zusammen Musik, und entlasten so die Eltern.

Auf Wunsch spielen sie auch mit den Geschwistern und haben ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte. Manche Eltern suchen aber auch einen einfühlsamen Gesprächspartner, der sie auf dem Weg der Krankheit und in der Trauerphase begleitet. Denn, die Familien können pro Jahr höchstens vier Wochen in ein stationäres Kinderhospiz kommen, die „restlichen" 48 Wochen sind sie zu Hause auf sich selbst gestellt.

Im stationären Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz in Syke können jährlich etwa 250 Familien mit unheilbar erkrankten Kindern für bis zu vier Wochen im Jahr zu Gast sein. Es ist das einzige seiner Art in Niedersachsen und Bremen und wird rund zur Hälfte durch Spenden finanziert.

Der „Ambulante Kinderhospizdienst Löwenherz Bremen und umzu" begleitet derzeit 38 Familien mit einem unheilbar erkrankten Kind. Mit den neu geschulten Kinderhospizbegleitern engagieren sich insgesamt 59 Ehrenamtliche für den Dienst. Ein neuer Kursus beginnt nach den Sommerferien in Bremen.

Wer sich für die Schulung interessiert, wird gebeten, sich zeitnah telefonisch unter der Nummer 0421/8413155 oder per E-Mail ambulant@loewenherz.de anzumelden.