Landfrauen feiern 70-Jähriges.

Der Vorstand des Landfrauenvereins Gehrden-Ronnenberg-Hemmingen und Wennigsen mit Barbara Tiedau (von links), Irmhild Felske, Maria Otto, Petra Grefe, Petra Paland, Jutta Warmbold, Brigitte Zieseniß, Ulrike Wissel-Baumgarte, Ute Lieke und Herma Heims. Foto: Rabenhorst

Quelle: wochenblaetter.de, 12.10.2016

Verein hat 400 Mitglieder und kümmert sich vor allem um Bildung im ländlichen Raum

von Heidi Rabenhorst in Gehrden

Calenberger Land (rh). 70 Jahre gibt es den 400 Mitglieder starken Landfrauenverein Gehrden-Ronnenberg-Hemmingen und Wennigsen. Das wurde jetzt kräftig gefeiert. Die beiden Vorsitzenden Petra Grefe und Ulrike Wissel-Baumgarte begrüßten 220 Landfrauen und Gäste wie die Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbart.

Zu den ersten Gratulanten gehörte im Pattenser Ratskeller neben den stellvertretenden Bürgermeisterinnen Eva Kiene-Stengel (Gehrden), Dorothea Pein (Ronnenberg), Doris Linkhof (Hemmingen) und Marianne Kügler (Wennigsen) auch die stellvertretende Vorsitzende des niedersächsischen Landfrauenverbandes, Heike Schnepel. „Es gehört eine Menge Energie, Ideen und Arbeit dazu, wenn ein Verein auch nach so vielen Jahren noch attraktiv ist“, sagte sie. „Aber vor allem gehören Frauen dazu – Landfrauen, die sich dem Ehrenamt und der Verantwortung stellen und die Vereinsgeschicke in die Hand nehmen.“ Sie alle seien Mitglieder einer großen Bewegung: 500 000 Landfrauen gebe es deutschlandweit, davon 100 000 allein in Niedersachsen – aufgeteilt auf zwei Verbände. „Gemeinsam können wir viel bewegen“, fügte Schnepel hinzu.

Hanns-Christian Seeßelberg-Buresch hob in seinen Grußworten vor allem Das Kochen mit Kindern hervor, wo die Landfrauen mit regionalen Produkten sozusagen als kulinarische Botschafterinnen fungieren. „Ich wünsche mir, dass Sie auch in Zukunft ein starker Verband bleiben und dass sie noch mehr jüngere Mitglieder gewinnen können“, sagte das Vorstandsmitglied des Landvolk Kreisverbandes.

Nach den offiziellen Grußworten blickte die Vorsitzende Petra Grefe auf die jahrzehntelange Vereinsgeschichte zurück. Im Mittelpunkt der Aktivitäten des 1946 mit 60 Mitgliedern im Ronnenberger Gasthaus Eckel gegründeten Vereins stehe laut Grefe auch heute noch die Bildung der Frauen im ländlichen Raum. „Dabei handelt es sich bei den meisten der 400 Mitglieder nicht mehr um Frauen, die im landwirtschaftlichen Bereich tätig sind, sondern um auf dem Land lebende Frauen aus allen beruflichen Bereichen“, erklärte die Vorsitzende. „Wir haben uns ständig weiterentwickelt und sind mit der Zeit gegangen.“

Entsprechend habe sich auch das Angebot der Vorträge und Seminare geändert. Nicht mehr die Produktion landwirtschaftlicher Güter stehe im Mittelpunkt, sondern Bildung über den ländlichen Horizont hinaus. Vorträge mit Themen aus der Gesellschafts- und Sozialpolitik, Kultur und Gesundheit sowie informative Reiseberichte haben die Landfrauen heute in ihrem Programm. Sie machen durch Informationsstände, Kochen für Kinder, Flüchtlinge und Migranten sowie Gartensträußeverkauf auf sich aufmerksam.

Nach dem gemeinsamen Essen lobte die Motivationstrainerin Beate Recker aus Wetschen den unermüdlichen Einsatz der Landfrauen für die Gesellschaft. „Sie sind frech, wild und wunderbar. Sie haben verrückte Ideen, denken großartig, glauben an Ideen und schaffen Unmögliches. Landfrauen sind nicht perfekt, sondern brilliant“, so ihr persönliches Bild aller Landfrauenmitglieder in Deutschland.

Die Geburtstagsfeier, die die Akkordeonspielerin Waltraud Albrecht-Uden aus Langenhagen mit einer musikalischen Zeitreise aus den einzelnen Jahrzehnten untermalte, endete nach vier Stunden mit einer großen Tombola mit rund 500 attraktiven Preisen. „Wir möchten uns ganz herzlichen bei den Sponsoren für die große Spendenbereitschaft bedanken“, sagte Grefe. Der Erlös geht je zur Hälfte an das Hospiz Löwenherz in Syke und an die Gruppe Kochen mit Kindern des Kreisverbandes in Hannover. Grefe schloss den Abend mit einem Blick nach vorn ab: „Für die Zukunft wünschen wir uns bessere Rahmenbedingungen, um Familie, Beruf und ehrenamtliches Engagement besser vereinbaren zu können“, sagte die Vorsitzende.