Ausgezeichnetes Team

Freudige Gesichter nach der Übergabe der Auszeichnung: Carmen Steinmetz-Erth (von links), Lennie Maietta, Gaby Letzing, Ute Jöllenbeck und Frank Hatch. Die Auszeichnung in Kinaesthetics ist selten. Sie wurde in Deutschland erst fünf Mal an eine gesamte Einrichtung vergeben.

Quelle: Weser Kurier, 15.05.2016

Löwenherz als einziges Hospiz in Deutschland für Weiterbildung des Teams in Kinaesthetics gewürdigt

Syke. Besondere Ehrung für Löwenherz: Das Kinder- und Jugendhospiz wurde als einziges Hospiz in Deutschland für die umfangreiche Weiterbildung des gesamten Teams in „Kinaesthetics" ausgezeichnet. Die beiden Begründer der Methode, Lennie Maietta und Frank Hatch, waren dafür eigens aus den USA nach Syke gekommen, um Löwenherz in einer Feierstunde persönlich die Urkunde zu verleihen. Die Auszeichnung in Kinaesthetics ist selten. Sie wurde in Deutschland bisher erst 15 Mal an Stationen von Krankenhäusern oder Heimen vergeben und erst fünf Mal an eine gesamte Einrichtung.

Es sei ihnen eine Ehre gewesen, die eigene Begeisterung für die Methode an das gesamte Löwenherz-Team weiterzugeben, sagte Frank Hatch in einer Rede. Die „Mit-Erfinderin“ der MH Kinaesthetics Lennie Maietta ist in den vergangenen zehn Jahren immer wieder aus Santa Fee (USA) nach Syke gereist, um das Team und vor allem die Eltern zu schulen. Man habe die Auszeichnung an das Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz verliehen, weil durch die Schulungen eine „Bewegungskultur“ entstanden sei, von der alle Abteilungen profitieren. Und nicht nur das: Das Team habe die neuen Bewegungsabläufe auch genutzt, um die eigene Lebensqualität zu verbessern. Auch viele Mütter und Väter ließen sich in speziellen Themenwochen von diesem Bewegungskonzept inspirieren und erleben, wie wichtig es für ihre Kinder ist, ein wenig mehr in die Bewegungsabläufe einbezogen zu werden und damit ein Stück mehr Selbstbestimmung zu erfahren. 

Frank Hatch: „Es ging uns dabei auch um die Frage: Wie kann die Bewegung der Kinder auch in der finalen Phase unterstützen? Wie kontrolliere ich Schmerzen? Denn wenn ich nur mit Schmerzen beschäftigt bin, ist das Sterben schwer.“ Die Qualität von Leben und Sterben habe eine ganz andere Bedeutung, wenn man die Bewegung entsprechend unterstütze.

Die Auswirkungen der Schulungen seien im Kinder- und Jugendhospiz in allen Abteilungen deutlich spürbar, beschrieb Carmen Steinmetz-Erth ihre Beobachtungen. „Die Qualität der eigenen Bewegungen hat sich unglaublich verändert. Das hat eine sehr positive Wirkung auf die Kommunikation und die Arbeit gehabt, wie ich es in all den Jahren noch nie erlebt habe. Das ist sehr bemerkenswert“, sagte die Trainerin und Geschäftsführerin der MH Kinaesthetics aus dem Allgäu, die seit 27 Jahren Schulungen in diesem Bewegungskonzept anbietet.

Gaby Letzing betonte, dass es bei dem gesamten Prozess um ein gemeinsames Lernen gegangen sei. „Und wir wollten auch, dass Kinaesthetics alle Löwenherzen bewegt - im wahrsten Sinne des Wortes. Wir freuen uns sehr, dass diese Methode jetzt nicht nur von unserem Team, sondern auch von vielen Eltern im Alltag wie selbstverständlich umgesetzt wird. Sie erleben, wie viel ihre Kinder können, wenn sie dazu ermutig werden und ihnen genug Zeit und Aufmerksamkeit gegeben wird. Sie sind manchmal sehr erstaunt, wie intensiv ihre Kinder auf die anderen Bewegungsabläufe reagieren und wie begeistert sie mitmachen.“ Gaby Letzing dankte der Arzneimittelfirma Grünenthal aus Aachen für ihre große Spende, die die Schulungen möglich gemacht habe. 

Trainerin Ute Jöllenbeck hatte Kinaesthetics bei ihrer Einstellung als Kinderkrankenschwester zu Löwenherz mitgebracht und das Team für die Methode begeistert. „Es geht dabei immer um die Qualität der Alltagsaktivitäten. Kinaesthetics ist also nicht nur in der Pflege sinnvoll – auch das Reinigungsteam und die Kolleginnen im Garten und in der Verwaltung arbeiten jetzt nach dieser Körper schonenden Methode.“