Mit Humor geht alles leichter: Zuhörer lernen Lach-Yoga

Quelle: Weser Kurier, 17.10.2016

Von Elfi Bultjer

Syke. Die ambulante Kinderhospizarbeit Löwenherz in Bremen und Umzu ist jetzt schon seit zehn Jahren aktiv. Dieses Jubiläum feierte der Verein gleich mit vier Veranstaltungen, die wohl dosiert über das Jahr verteilt wurden und für alle offen standen, die sich angesprochen fühlten. „Wir haben ein rundes Programm zum Jubiläum gemacht“, erzählte Elisabeth Lohbreier, die Bildungsreferentin des Vereins, am Freitag den Gästen ihrer Abschlussveranstaltung. Nach einer Performance mit Clown im März, einem Sommerfest im Juni und einem Workshop im Juli wurde bei der letzten Veranstaltung mit dem Dozenten Matthias Prehm dem Humor ein Denkmal gesetzt.

Am Freitagabend referierte der Fachkrankenpfleger und Dozent Prehm im Löwenherz-Vereinsheim in Syke zum Thema „Humorvoll arbeiten und leben“. Unter den Zuhörern im voll besetzten Veranstaltungsraum waren hauptsächlich Mitarbeiter und Vereinsmitglieder. Aber auch ein paar Gäste ließen sich von Prehm auf humorvolle Weise einen anderen Weg durchs Leben zeigen. Prehm erzählte aus seinem Privatleben mit Frau und pubertierendem Sohn und von seinem Umgang mit Kollegen und Patienten.

Prehms Berichte von unerfreulichen Alltagssituationen und seinem Weg damit umzugehen, lösten bei vielen den sogenannten Aha-Effekt aus. Man dachte unwillkürlich an eigene Erfahrungen aus ähnlichen Situationen. Gut dargestellt mit Worten und Gesten, packte Prehm die unangenehmen Emotionen auf den Tisch, die man aus solchen Begebenheiten kannte. Er ließ diese aber nicht unbeantwortet im Raum stehen, sondern zeigte einen humorvollen Weg auf, mit diesen Situationen umzugehen und daraus etwas Positives zu machen. Da gab es Tipps im Umgang mit notorisch schlecht gelaunten Kollegen, schwierigen Kindern, nervigen Autofahrern, Zügen, die zu spät kommen, und Menschen, denen es am Feingefühl im Umgang mit anderen mangelt. Im Kern seines Vortrags stand aber immer die Aussage „Ohne Wertschätzung und Empathie geht es nicht“. Die Aussage zog sich wie ein roter Faden durch den Abend.

Es lag ganz sicher nicht nur an der Runde Lach-Yoga, die Prehm gemeinsam mit seinem Publikum durchzog, dass vor lauter Lachen kaum ein Auge trocken blieb. „Ich kenne Menschen, die sterben mit 40 und werden mit 80 beerdigt“, war eine seiner Aussagen, die viele im Saal mit Nicken und Lachen bestätigten. Der Dozent wusste seine Thesen zu den Auswirkungen von Humor auf den Menschen auch mit wissenschaftlichen Erhebungen zu untermauern. Darunter die Aussage: „20 Minuten Lachen verbraucht genauso viel Kalorien wie eine Stunde Joggen. Nun können sie sich im Park auf die Bank setzten und 20 Minuten die Jogger auslachen.„ Eine Arzthelferin aus Bassum fasste ihr Fazit des Abends mit diesen Worten zusammen: „Mit Humor geht alles leichter. Aber ganz wichtig ist es, auch den anderen ernst zu nehmen.“