Autoschrauber zeigen ihre Karossen

Bunt und ausgefallen: Die Modelle der Tuner auf dem Messegelände. Quelle: Philipp von Ditfurth

Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 26.06.2016

Mehr als 1500 Autofans haben sich am Parkdeck Nord der Messe getroffen, um sich tiefer gelegte Wagen, extra lackierte Felgen und laute Hifi-Anlagen zu zeigen. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von Tuner Sören Peters vom Verein "La Familia". Der Erlös kommt dem Kinderhospiz Löwenherz zugute.

Hannover. "Wenn ich Pech habe, hat einer ne fettere Karre." Moritz poliert mit einem Tuch seine Motorhaube. Rund 7000 Euro und anderthalb Jahre Arbeit hat er in die Ausstattung seines Passats gesteckt. "Wenn ich Glück habe, wird das mit einem Pokal belohnt", sagt er. Seine Frau und seine dreijährige Tochter hat er mitgebracht von Hattorf im Harz-Vorland zum Parkdeck Nord der Messe nach Hannover. Mehr als 1500 Autofans treffen sich hier mit ihren tiefergelegten Wagen mit den extra lackierten Felgen und besonders lauten Hifi-Anlagen. Ausgerichtet hat das Treffen der Tuner Sören Peters vom Verein "La Familia", der Erlös kommt dem Kinderhospiz Löwenherz zugute. "Familie steht bei uns im Vordergrund", sagt er, im Verein seien 90 Erwachsene und elf Kinder.

Für die Kleinen gibt es einen Kart-Stand. Die Erwachsenen fachsimpeln auf dem Parkdeck, lassen ihre von einer Jury Autos bewerten oder wetteifern darum, wer die meisten Dezibel und die dröhnendsten Bässe mit seiner Anlage erzeugen kann. "Es geht darum Spaß zu haben", sagt Karsten, der seinen Ford Mustan Shelby schon mit 600 PS unter der Haube gekauft hat. Er gehört zum Crazy Car Club aus Hannover. "Am Ende ist es auch nur ein Auto".

David (28) hat aus seinem Polo einen Tarnwagen im Bundeswehr-Grün mit Tarnnetz gemacht, selbst der Rostfleck ist künstlich. Vor 1,5 Jahren war der Polo noch schwarz. "Alles gerade vom TÜV genehmigt", sagt er. Mit seinem Auto fährt der Mann aus Celle sogar täglich zur Arbeit. "Meinem Chef gefällt der Wagen", sagt David. Christian aus Hamminkeln (Nordrhein-Westfalen) hat nach eigenem Bekunden 25 000 Euro und viel Schweiß in seinen VW-Bora gesteckt. "Den geb ich nicht mehr her, da stecken zuviele Erinnerungen drin."