Löwenherz: Von Routine keine Spur

Der neu gewählte Vereinsrat mit: Thekla Röhrs, Dorothea Bobzin, Marion Zwilling, Claudia Glugla, Carmen Schüler, Agnes Behrens, Martina Stather, Kerstin Schulz, Reinhard Raab, Gerd Kettman, Thomas Rohwer-Kahlmann. Hintere Reihe: Gero Kettler, Gaby Letzing, Jutta Hagedorn, Detlef Mauritz, Walter Meinders, Lutz Kühne (von links nach rechts). Foto: Kinderhospiz Löwenherz/ Heiner Brock

Pressemitteilung - Syke, 21.06.2016

Mitgliederversammlung des Vereins - Ausbau und Umbruch - Wahlen von Vereinsrat und Vorstand - neue Geschäftsführung

Syke - Der Ausbau der ambulanten Arbeit war der Schwerpunkt von Löwenherz im vergangenen Jahr. So wurde im Februar 2015 der Kinderhospiz-Stützpunkt Braunschweig eröffnet. Dadurch habe man im Raum Braunschweig und Niedersachsen Süd-Ost die ambulante Kinderhospizarbeit intensiviert, berichtete Geschäftsführerin Barbara Frerker auf der Mitgliederversammlung in Syke. Turnusgemäß wurden der Vereinsrat und der Vorstand neu gewählt.

Bereits Mitte 2015 hatte Barbara Frerker angekündigt, in diesem Sommer Löwenherz nach 13 Jahren zu verlassen. „Der Vereinsrat hat entschieden, dass meine bisherige Stellvertreterin Fanny Lanfermann künftig die Nachfolge übernehmen wird“, teilte sie mit. Auch im Kinder- und Jugendhospiz gibt es Veränderungen. Pflegedienstleitung Marion Reimers hört Ende 2016 auf, Seelsorgerin Thekla Röhrs beendet ihre Tätigkeit planmäßig nach sechs Jahren. Nachfolgerin Anke Orths wurde bereits in das Amt eingeführt.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Vereins und des Kinder- und Jugendhospizes verliefen positiv. „Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden“, sagte die Geschäftsführerin und dankte allen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, Spendern und Mitgliedern für ihren Einsatz und die Unterstützung. „Ohne sie alle wäre es nicht möglich, die Aufgaben von Löwenherz zu erfüllen – nämlich die Begleitung von Familien mit einem schwerstkranken Kind. Vielen herzlichen Dank für Ihr Engagement“.

Fast 160 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen den Verein, davon 48 im ambulanten Dienst in Bremen und 14 in Braunschweig. Die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hielten 24 Vorträge über Löwenherz und informierten an 50 Infoständen über die Arbeit. „Unterstützer organisierten 123 Benefizaktionen für uns“, so Barbara Frerker. „Ob Tuningtreffen des Opel-Tuning-Clubs La famila, Bridgeturniere, Semesterpartys, private Weihnachtsmärkte – die Fantasie unserer Freunde scheint grenzenlos.“ Eine Weihnachtsaktion von Antenne Niedersachsen bewegte tausende Hörer im ganzen Land. Reporter hatten im Kinder- und Jugendhospiz und im ambulanten Dienst Braunschweig berührende Interviews aufgenommen, die im Dezember gesendet wurden. Auch beim Marathon rund um das Schloss Marienburg, der Taubenjagd des Molberger Hegeringes, der Fan-Club-Meisterschaft in Esterwegen, dem Fußballturnier der Citi-Post in Oldenburg, dem Benefizhandballturnier im Alten Amt Friedeburg sammelten Unterstützer Spenden.

Wie eine Begleitung sowohl stationär und ambulant aufeinander abgestimmt erfolgen kann, wurde in einem Bericht über einen unheilbar erkrankten Jugendlichen deutlich. Zunächst war der junge Mann im Jugendhospiz zu Gast, wurde dann nach Hause entlassen, wo er von einer Ehrenamtlichen begleitet wurde und kam dann für seine letzten Tage wieder zurück ins Jugendhospiz. Gaby Letzing, Leiterin des Kinder- und Jugendhospizes, Fanny Lanfermann, Leiterin der ambulanten Kinderhospizarbeit und die Ehrenamtliche Barbara Loog beschrieben sehr eindrucksvoll seine intensive Begleitung und die Herausforderungen.

Im vorigen Jahr kamen 177 erkrankte Gäste ins Löwenherz. 93 von ihnen waren im Kinderhospiz zu Gast, 84 im Jugendhospiz. Eine höhere Auslastung war nicht möglich, weil der Pflegenotstand auch Löwenherz erreicht hat und nicht mehr Pflegepersonal eingestellt werden konnte.

Das Bremer Team begleitete insgesamt 42 Familien ambulant, 11 Begleitungen wurden im Jahr 2015 neu begonnen. In Niedersachsen kooperiert der Verein insgesamt mit 24 Hospizdiensten und –vereinen. Im Februar eröffnete der Kinderhospiz-Stützpunkt Löwenherz in Braunschweig, zu dem sechs kooperierende Vereine/Dienste und ausgebildete Ehrenamtliche aus Niedersachsen Süd-Ost gehören. Vom Braunschweiger Stützpunkt aus wurden fünf Familien begleitet.

In diesem Jahr gibt es für Löwenherz auch Grund zum Feiern. Die ambulante Kinderhospizarbeit feiert das 10-jährige Jubiläum. Auftakt des Festjahres war im Februar eine Theaterveranstaltung, im Juni folgte ein großes Sommerfest. Weitere Veranstaltungen sind für September und Oktober geplant.

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