Zahnarzt Wolfgang Mangelsdorf spendet 12.700 Euro

Wolfgang Mangelsdorf (Mitte) hat seinen Spendenbetrag aufgeteilt und das Geld an die Vertreterinnen mehrerer Hilfsorganisationen übergeben: Elisabeth Franke, Rosi Bohlmann, Johanna Sohns und Susanne Kuznik (von links nach rechts). © Husmann

Quelle:  Kreiszeitung, 06.01.2017

Kirchweyhe - Von Maren Jensen. Zahnarzt Wolfgang Mangelsdorf hat am Donnerstag einen Betrag von 12.700 Euro an fünf Organisationen verteilt, die Kinder in der Region und im Ausland helfen.

Sieben Jahre lang sammelte er in seiner Zahnarztpraxis in Kirchweyhe Restgold von Patienten, die es nicht mitnehmen wollten. Am Ende kamen rund 350 Gramm Gold zusammen, berichtet Mangelsdorf.

Zahngold wirke auf den ersten Blick gar nicht so wertvoll, wie es ist. „Es sieht aus wie ein Haufen Schrott“, sagt Mangelsdorf. Häufig setze sich diese Masse aus Gold, Platin, Silber, Palladium und andere Metallen zusammen. Aus diesem Grund sei die Trennung des Goldes von den anderen Bestandteilen sehr aufwendig. „Alleine 800 Euro haben wir für die Scheidekosten bezahlt“, sagt Mangelsdorf. Deshalb habe er erst nach sieben Jahren das gesammelte Zahngold verkauft, um so eine hohe Spendensumme erzielen zu können. „Ich war wirklich geplättet, denn ich hätte selbst niemals mit so viel Geld gerechnet. Ich dachte es kommen höchstens 4.000 Euro zusammen.“ Mit seiner Aktion will der Zahnarzt auch andere Praxen sensibilisieren, es ihm gleich zu tun, wenn sie das nicht schon machen.

Susanne Kuznik vom Kinderhilfswerk „Plan International“ erhielt 5.700 Euro. Der Fonds setzt sich für benachteiligte Mädchen in Afrika, Asien und Lateinamerika ein. „Viele von ihnen dürfen die Schule nicht besuchen, werden sexuell missbraucht oder beschnitten“, sagt Kuznik.

Die Spenden sollten aber nicht nur Kindern im Ausland unterstützen. „Auch in der Nähe gibt es Bedarf. Deshalb haben wir uns Organisationen ausgesucht, die Kindern in der Region helfen“, sagt Kirsten Mangelsdorf, Ehefrau des Zahnarztes. Der Dentist studierte in Hamburg und lebt derzeit in Bremen. 3. 000 Euro gingen deshalb an die Bremer Stiftung „Gib Bildung eine Chance“, die Einrichtungen mit verschiedenen Projekten unterstützt. Die Vorsitzende und Gründerin der Stiftung, Elisabeth Franke, war über die Spende überglücklich.

Das Kinderhospiz Löwenherz in Syke bekam ebenfalls 3 000 Euro. Rosi Bohlmann, die die Kinder und Familien in der Zeit des Abschieds begleitet, nahm den Betrag entgegen. Die restlichen 1 000 Euro gingen an die Organisationen „Ärzte ohne Grenzen“ und „Weißer Ring“.

Auch in den nächsten Jahren möchte Mangelsdorf Zahngoldreste sammeln. „Letztendlich ist es jedem Patienten natürlich selbst überlassen, was er damit macht. Es ist nur schade, wenn das Edelmetall in irgendeiner Schublade landet und eigentlich Kindern in Not damit geholfen werden könnte“, sagt er.