Löwenherz-Benefizkaffee unter neuer Führung

Zwölf Jahre lang hat Jutta-Maria Hahne den Kuchenverkauf gemanagt. Jetzt tritt Anette Schiphouwer (rechts) die Nachfolge an. Quelle: Benjamin Behrens

Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 12.11.2017

Nach zwölf Jahren gibt Jutta-Maria Hahne die Organisation des Benefizkaffees zugunsten des Kinderhospiz Löwenherz ab. Die Nachfolgerin heißt Anette Schiphouwer, sie gehört schon lange zum Team.

Altwarmbüchen.  Die Stammgäste haben sich gut organisiert. Tupperdosen, Kisten, Tortenboxen – daran erkennt man die regelmäßigen Besucher des Löwenherz-Benefizkaffee, denn schließlich soll das Backwerk heil auf dem heimischen Kaffeetisch ankommen, wenn es nicht gleich vor Ort verzehrt wird. Die Schlange ist lang, wie jedes Mal.

Seit zwölf Jahren organisiert Jutta-Maria Hahne den Termin in der Begegnungsstätte An der Riehe, dessen Einnahmen an das Kinderhospiz Löwenherz in Syke bei Bremen gehen. In diesem Jahr ist es das letzte Mal. Als Hahne die Gäste an den Tischen begrüßt, dauert es ein Weilchen, bis Ruhe in der munter plaudernden Tischgesellschaft einkehrt. Die Nachricht vom Wechsel nehmen die Zuhörer mit Fassung, etwas ist wohl durchgesickert und es ist klar, dass es weiter geht. „Ich kann mit Stolz sagen, dass der Kaffeenachmittag zu einer festen Institution geworden ist“, sagt Hahne. Mit dem Wechsel wird auch ein selbst gestecktes Ziel erreicht. Denn schon jetzt ist auch ohne Kassensturz klar, dass die Spendenmarke von 50.000 Euro seit dem Start übersprungen wird. 

Hahne nutzt eine ruhige Minute zwischen Kaffeeausschank und Tortenanschnitt für einen Rückblick. 2005 sah sie einen Fernsehbeitrag über das Hospiz und wollte helfen.  Es lag denkbar nahe, dass die begeisterte Hobbybäckerin den Ofen anwarf. Für den ersten Benefiznachmittag hat sie ein halbes Jahr für die Organisation gebraucht – und die Nachfrage war überschaubar. „Am Anfang war das grausig, wir mussten wochenlang Kuchen essen!“, erinnert sich die Bäckerin. Ihr Mann Fritz war skeptisch, hielt aber zu ihr, ebenso wie ein ganze Reihe an aktiven und ehemaligen Kuchenbäckerinnen, die sie liebevoll „meine Löwenherzen“ nennt. 

Vor drei Jahren stieß auch die neue Organisatorin Anette Schiphouwer zu der Truppe. „Es fällt mir nicht leicht aufzuhören“, gibt Hahne offen zu. Aber sie weiß auch, dass alles seine Zeit hat und eine Nachfolgerin schwer zu finden ist. „Die meisten wollen nur helfen und keine Verantwortung übernehmen“, sagt Hahne. 

Shiphouwer will. „Sie bringt frischen Wind rein“, lobt ihre Vorgängerin. Shiphouwer sei gut in die Truppe reingewachsen, wie die 45-Jährige selbst sagt. Außerdem: „Backen ist ja mein Hobby. Ich kann jeden Tag in der Küche stehen und das Internet nach neuen Rezepten durchforsten.“

Und was sagen die Gäste? „Ich habe bewundere, dass sie die Anstrengung durchhält“, sagt Jürgen Mössinger. Seine Frau Karin steuert regelmäßig Gebackenes zum Büfett bei. „Das wichtigste ist, dass es weitergeht. Toll des es eine Nachfolgerin gibt“, sagt Dieter Wiening. Die große Auswahl an Kuchen und Torten loben viele Gäste. Und auch wenn Jutta-Maria Hahne nicht mehr mitorganisiert – ihre Schwarzwälder Kirschtorte ist fest eingeplant.

Von Benjamin Behrens