Es fährt ein Zug nach „Mennington“

Eine bunte Fantasiewelt aus Lego-Elementen im Schaufenster: Lego-Expertin Marit Menninga aus Wüsting und der Huder Apotheker Axel Schwirtz. Bild: Klaus Derke

Quelle:  Nordwest-Zeitung, 14.12.2017

Von Klaus Derke

„Steinstark trifft Löwenherz“: Marit Menninga engagiert sich für das Kinder- und Jugendhospiz und sucht Sponsoren.

HUDE /WÜSTING „Ich liebe Aliens“, sagt Marit Menninga. Aber nicht nur Außerirdische, sondern auch Geister und Spinnen haben es ihr angetan. Wenn man genau hinsieht, entdeckt man diese natürlich auch in der Fantasiewelt aus Lego-Steinen, die die Lego-Expertin aus Wüsting auch in diesem Jahr für das Schaufenster der Flores-Apotheke in Hude gestaltet hat. Und dazwischen unzählige Figuren, die Geschichten erzählen. So bunt – wie das Leben.

Der Weihnachtsmann fährt mit dem Zug durch die Stadt. In einem ganz speziellen Schlitten-Zug. Eine Eigenkonstruktion, verrät die Lego-Frau, die auch in diesem Jahr wieder die Ausstellung „Steinstark“ in Bookholzberg organisierte.

„Mein Mennington“, hat Menninga den Städtenamen für ihre Fantasiewelt im Schaufenster der Apotheke erfunden, abgeleitet aus ihrem Nachnamen und einem bekannten Textilunternehmen, das es gerne bunt mag.

Schon das sechste Mal hat sie für Axel Schwirtz und Uta Flores-Schwirtzdiese besondere Schaufenster-Dekoration in der Weihnachtszeit gebaut. Kinder und Erwachsene drücken sich am Fenster die Nase platt.

Man kann Marit Menninga stundenlang zuhören, wenn sie ihre Geschichten erzählt zu ihren Fantasielandschaften. „Das fällt mir immer ganz spontan ein, und am nächsten Tag ist die Geschichte vielleicht schon wieder ganz anders“, lacht sie und verweist auf einen der vielen Weihnachtsmänner: „Der ist gerade im ganzen Stress ohnmächtig geworden und wird abtransportiert. Der Rettungsdienst hat keine Zeit, da machen es zwei starke Bauarbeiter.“

„Der böse Wolf ist da“, zeigt sie auf eine andere Szene. „Rotkäppchen hat er aber zuhause gelassen.“ Man entdeckt Spiderman, einen König und einen Pharao und viele andere Gestalten.

Mehr als eine Million Legosteine hat Marit Menninga und dazu wohl mehr als 10 000 Figuren. So kann sie immer aus dem Vollen schöpfen, wenn sie Neues gestaltet.

Dieses Mal hat das Weihnachtsstädtchen von Marit Menninga auch eine Kirche und einen Glockenturm. Dass auf dem Kirchendach ein Geist sitzt und auch im Glockenturm Gestalten aus „Ghostbusters“ herumturnen. Ja, das ist ihr so in den Sinn gekommen, sagt sie. In das Innere der Kirche kann man nicht schauen, aber auch das ist komplett ausgestaltet.

Die 60-jährige Marit Menninga ist eine „steinstarke“ Frau mit einem großen Herz. Und das gehört dem Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz in Syke. Die Erlöse der Ausstellungen in Bookholzberg gingen an Löwenherz. Derzeit baut sie das Hospiz aus Lego im Maßstab 1:50 nach. Wenn das Hospiz am 23. September 2018 sein 15-jähriges Bestehen feiert, soll das Werk vollbracht sein.

Marit Menninga möchte es dann versteigern lassen und hofft auf einen fünfstelligen Betrag für Löwenherz. Zurzeit sucht sie Sponsoren für das weitere Material. Einige Tausend Euro werden benötigt. Unter dem Namen „Steinstark trifft Löwenherz“ wurde jetzt auch ein Verein ins Leben gerufen, der Spendenbescheinigungen ausstellen darf, erzählte die Wüstingerin.

Mehr Infos über das Löwenherz-Projekt unter www.steinstark.org