Menschen in Bewegung bringen

Flickflacks, Drums Alive oder Kampfsport: Beim Tag des Sports war wirklich für jeden etwas dabei. (UDO MEISSNER)

Quelle: Weser Kurier, 18.06.2017

Von: Ina Ulbricht

Bei strahlendem Sonnenschein konnten die Besucher des Tag des Sports über 50 Angebote von über 20 Vereinen entdecken. Oberstes Ziel der Veranstaltung: Menschen in Bewegung bringen.

Weyhe. Geschickt hangelt sich die zwölfjährige Leonie durch einen Mini-Hochseilgarten. Es gilt, Strickleitern zu erklimmen, Hindernisse zu überwinden oder eine Hängebrücke zu überqueren. „Das hat mir am meisten Spaß gemacht“, resümiert Leonie, die gemeinsam mit ihrem Vater zum Tag des Sports in Weyhe gekommen ist. Aber die Zwölfjährige ist nicht nur zum Ausprobieren auf der Veranstaltung, die sich am Sonntag über das Gelände des Freibads bis hin zum Sportplatz, den Räumen und der Sporthalle der KGS Kirchweyhe erstreckte. Sie hat auch schon ihre eigene Sportart präsentiert. „Lateinamerikanische Formation“, berichtet sie stolz.

Derweil scheint es im Schwimmbad nicht ganz so ausgelassen zuzugehen. Eine junge Frau liegt mit blutendem Knie am Boden. Wie es aussieht, ist sie von einer Treppe gestürzt. Doch Bernd Klöker, Ehrenvorsitzender der DLRG Weyhe und Moderator der Aktionen am Freibad, kann schnell Entwarnung geben. „Keine Angst, das ist eine sogenannte Rund – eine realistische Unfalldarstellung“, erklärt er. Sofort sind die Helfer der DLRG zur Stelle und versorgen die „Wunde“. „Das sind unsere Aufgaben hier im Bad und am Steller See“, sagt Jens Mörstedt von der DLRG.

Beim Gang über das große Gelände gab es noch einiges mehr zu sehen: ein mit Wasser gefüllter Container, aus dem ein Taucher den Besuchern zuwinkte, ein Bungeetrampolin, Flickflack schlagende Kinder, ein Parcours und das Forum der KGS hat sich für den Sonntag in einen Boxring verwandelt. Und das alles bei strahlendem Sonnenschein. Über 50 Aktionen von über 20 Vereinen galt es zu entdecken.

Die Organisatoren Alena Scholz und Michael Gillner vom Sportförderverein Niedersachsen und vom Kreissportbund waren zufrieden. „Ein Jahr lang haben wir diesen Tag geplant“, erzählte Alena Scholz. „Zum Glück haben wir schönes Wetter. Wir sind alle total happy.“ Mit insgesamt 8000 Besuchern rechneten die beiden Organisatoren. Die konnten dann nicht nur alle möglichen Sportarten und Mitmachaktionen testen, sondern auch noch Gutes tun. So etwa beim Run for Help oder beim Drive for Help, der in diesem Jahr zum ersten Mal stattfand. „So etwas gibt es in Deutschland noch nicht“, berichtete Alena Scholz stolz.

Bereits am Morgen waren Oldtimer, Motorräder und E-Fahrzeuge in Bassum gestartet, um gemeinsam durch den gesamten Landkreis zu fahren und die vergangenen Veranstaltungsorte des Tag des Sports, den es seit 2012 gibt, anzusteuern. Nachmittags erreichten die rund 50 Fahrzeuge das Gelände der KGS, um dort von den Besuchern bestaunt zu werden. „Das Startgeld für die Fahrer beträgt mindestens zehn Euro“, sagte Alena Scholz. Der Erlös wird an das Bündnis White IT und an das Kinderhospiz Löwenherz gespendet.

Kinder stark machen hatte sich derweil der Fachverband für Sucht und Suchtprävention Release auf die Fahnen geschrieben. Dafür haben die Mitarbeiter einen ganz besonderen Parcours auf dem Sportplatz aufgebaut. „Das ist ein Vertrauensspaziergang“, erklärte Präventionskraft Michael Elsner. Die Kinder ließen sich mit verbundenen Augen von ihren Eltern oder Release-Mitarbeitern durch den Parcours führen. Dabei galt es verschiedene Hürden zu meistern. „Es geht darum, Vertrauen aufzubauen, Spaß zu haben und ins Gespräch zu kommen“, fasste Elsner zusammen.

Deutlich lauter ging es einige Meter weiter beim Drums Alive zu. Zu wummernder Musik schlugen die Sportler mit Drumsticks auf Gymnastikbälle. Mittendrin Michael Gillner. „Ich bin immer wieder begeistert, wie viele Menschen jeden Alters man mit einer Sportveranstaltung bewegen kann“, schwärmte er in einer ruhigen Minute. Oberstes Ziel sei es, die Menschen für Sport zu begeistern, betonte er. „Das fängt bei den Kindern an.“ Gleichzeitig wolle man kleine Vereine und das Ehrenamt unterstützen. „Mittlerweile ist der Tag des Sports zu einer festen Marke geworden“, so Gillner. Doch neben all den gesundheitsfördernden Sportarten und allerhand vitaminreichen Getränken konnten die Besucher nach einer anstrengenden Mitmachaktion auch sündigen und sich ein kühles Eis oder eine deftige Portion Pommes gönnen.

„Ein Jahr lang haben wir diesen Tag geplant.“ Alena Scholz, Organisatorin