„Steinstarke“ Lego-Impressionen in Bookholzberg

Die Lego-Arbeitsgemeinschaften der Grundschulen Dürerstraße und Bookholzberg stellen das Projekt „Zauberwald der Kulturen“ vor. Katja Wille, Koordinatorin für Flüchtlingsangelegenheiten im Schulverbund Ganderkesee, hatte etliche der jungen Baumeister an ihrer Seite. Foto: Thomas Breuer

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung, 22.10.2017

Von Thomas Breuer

Vierte Ausstellung lockt die Fans

Bookholzberg. Zwei Hallen des Berufsförderungswerks (BFW) an der Apfelallee in Bookholzberg sind an diesem Wochenende ein Treffpunkt für Lego-Fans. Bei der Ausstellung „Steinstark“ gibt es viel zu staunen.

Am weitesten sind diesmal die Aussteller aus Stuttgart angereist, um zu zeigen, was sie haben. Wie die übrigen mehr als 40 anderen, die in zwei Hallen des Berufsförderungswerks an der Apfelallee ihre fantasievollen Lego-Kreationen – viele davon nach eigenen Ideen entstanden – zeigen, haben sie weder Kosten noch Mühen gescheut. Und sie mussten sogar noch eine Art schmackhaftes Standgeld entrichten, um mitmachen zu dürfen: einen selbst gebackenen Kuchen.

Spaß für Kinder und Erwachsene

Das Konzept von Marit Menninga aus Hude geht auch bei der vierten „Steinstark“-Auflage nach 2012, 2014 und 2015 auf. In den Hallen tummeln sich Erwachsene und Kinder, staunen über imposante Bauwerke und kleine Kostbarkeiten, fachsimpeln und bauen Lego-Teile in auf Schnelligkeit ausgerichteten Vergleichen zusammen.

Marit Menninga arbeitet seit 1988 für das BFW und freut sich: „Ich habe einen Arbeitgeber, der mir für ,Steinstark‘ Möglichkeiten schafft, die andere nicht haben.“ Über die Veranstaltungshallen hinaus etwa günstige Übernachtungsmöglichkeiten für die Auswärtigen, die die eigene Lego-Leidenschaft ohne eine derartige Unterstützung finanziell irgendwann überfordern würde.

Bauen mit Lego fördert die Integration

Dass vielfältiger Lego-Spaß finanziellen Einsatz voraussetzt, hat auch Katja Wille erfahren. Sie ist im Berufsleben Koordinatorin für Flüchtlingsangelegenheiten im Schulverbund Ganderkesee und betreut seit dem Schuljahresanfang an der Dürerstraße und in Bookholzberg zwei Lego-Arbeitsgemeinschaften für Flüchtlings-, Migranten- und deutsche Kinder der Klassen eins bis vier mit unterschiedlichen Deutschkenntnissen. Umgesetzt werden konnte das Projekt nur, weil die Bürgerstiftung Ganderkesee hierfür den Ankauf von 60 Kilogramm Lego ermöglichte. 

Im „Zauberwald der Kulturen“

Es handelt sich nach Willes Worten um „ein Pilotprojekt für Sprache und Integration“. Farben, Formen und soziale Interaktion machen den Reiz des spielerischen Lernens aus. Einige der beteiligten Kinder waren bei „Steinstark“ vor Ort und erzählten gerne etwas über das, was sie zum ausgestellten „Zauberwald der Kulturen“ beigesteuert haben.

Ein besonderer Höhepunkt ist die Auslobung eines von der deutschen Fußball-Nationalelf signierten und vom Deutschen Fußball-Bund auf Anfrage bereitgestellten Fußballs. Wer sich mit einem Euro erfolgreich auf einem von zwei kleinformatigen Lego-Fußballfeldern versucht, hat Aussicht, ihn mit nach Hause zu nehmen.

Großes Projekt soll 2018 realisiert werden

Veranstalterin Menninga, 61 Jahre alt und erst seit 2010 mit dem Lego-Virus infiziert, wird nicht müde zu betonen, dass erneut alle Überschüsse für das Kinder-und Jugendhospiz Löwenherz in Syke gedacht sind. Sie steckt mitten drin in ihrem vielleicht größten Coup: Er sieht den Nachbau des Hospizes in einer Größe von 1,6 mal drei Metern aus Legosteinen vor - finanziert aus Spenden. Das Bauwerk soll anschließend versteigert werden, wodurch dem Hospiz im kommenden Jahr eine fünfstellige Summe zufließen soll.

Marit Menninga weiß, worauf sie sich eingelassen hat und dass sie dafür noch viel telefonieren muss. Am liebsten mit ihrem Smartphone, das in einer Lego-Schutzhülle steckt.