Hospizhilfe stellt Arbeit im Kinderbereich vor

Ein Informationsfilm zeigte den Besuchern den Alltag im stationären Kinder- und Jugendhospiz in Syke.
Foto: privat

Quelle: Grafschafter Nachrichten, 27.02.2017

Die Kinderhospizarbeit ist in der Grafschaft breit aufgestellt. Davon konnten sich unlängst die Besucher eines Abends der offenen Tür ein Bild machen, bei dem die Hospizhilfe ihre Arbeit im Kinderbereich präsentierte.

gn Nordhorn. Die Kinderhospizarbeit ist in der Grafschaft Bentheim breit aufgestellt. Davon konnten sich unlängst die Besucher eines Abends der offenen Tür ein Bild machen, bei dem die Hospizhilfe ihre Arbeit im Kinderbereich präsentierte. Viele Interessierte waren in die Geschäftsstelle der Hospizhilfe in Nordhorn an der Neuenhauserstraße gekommen, um zu sehen und zu hören, wie betroffene, schwerkranke Kinder mit ihren Familien Begleitung und Unterstützung erfahren können.

An zahlreichen Ständen wurden die einzelnen Angebote durch persönliche Gespräche mit den ehrenamtlichen Begleitern erläutert, themenbezogene Bücher gezeigt und pädagogische Hilfs- und Spielmaterialien vorgeführt. Ein speziell für den Abend eingerichteter „Snoezelraum“ vermittelte einen Eindruck der vorhandenen Hilfsmittel für die Begleitungen, wie zum Beispiel verschiedene Lichtquellen, Bälle und Musikangebote. Entlastend und entspannend soll die Hilfe für die kranken Kinder und ihre Familien sein – mehr hörend als redend.

Ein Informationsfilm zeigte den Alltag im stationären Kinder und Jugendhospiz „Löwenherz“ in Syke, mit der die Hospizhilfe Grafschaft Bentheim kooperiert. Viele Familien kommen schon seit vielen Jahren für maximal vier Wochen. Sie nutzen die Zeit, um einmal gemeinsam Urlaub zu machen, da dieses oft nur mit Hilfe einer individuellen Rundumbetreuung für alle Familienmitglieder möglich ist. Der Film machte zugleich deutlich, wie nötig die ambulante Kinderhospizbegleitung drum herum ist: Denn bei vier Wochen Urlaub bleiben noch viele weitere Wochen im Jahr, die auch gemeistert werden wollen.

„Familien mit unheilbar erkrankten Kindern sind in ihrem Alltag oft am Rande ihrer Kräfte, ein ,normaler‘ Tagesablauf ist nicht mehr möglich“, berichtet die Hospizhilfe: „Viel Zeit und Energie, oft über Jahre, stellen die Beziehung zu Geschwisterkindern und zum Partner auf eine harte Probe. Eltern wünschen sich keine Experten für ihre Kinder, sondern Menschen aus dem normalen Alltag für den so überhaupt nicht normalen Alltag einer solchen Familie.“ Zeit zum Zuhören und Aushalten, einfach nur da sein, sich beschäftigen und Mut machen: Das seien wertvolle Geschenke, die für kein Geld der Welt gekauft werden könnten: „Etwas Sonne in stürmischen Zeiten wäre vielleicht eine passende Beschreibung der Atmosphäre an diesem besonderen Abend.“